Mittwoch, 27. januar 2010 3 27 /01 /2010 09:08

Sternengucker.

 

Der Urmensch der verängstigt schluckt,

wenn er in den Himmel guckt,

angesichts von dem Gewitter,

dem schmeckt die Erfahrung bitter,

wenn es donnert und sehr blitzt,

wenn er in seine Grotte flitzt,

denn er denkt an einen Fluch,

unterhalb vom Wolkenbruch.

Der Urmensch blickt, bei klarer Sicht,

in der Nacht zum Sternenlicht

und glaubt dass dort viel Feuer brennen.

Näheres kann er nicht kennen,

weshalb er dazu wenig sagt

und weiter gar nichts hinterfragt,

so ähnlich wie auf Erden hier

jedes unbewusste Tier.

 

Bei Tag geht ständig im Verlauf

die Sonne morgens wieder auf,

wenn sich der blaue Himmel zeigt,

der nachts zur tiefen Schwärze neigt,

wenn der Mond nur mäßig scheint.

Was der Urmensch dazu meint,

der in der Nacht kaum tätig war,

das ist heute keinem klar.

Der Urmensch blickt als armer Tor

zu dem Himmel hoch empor

und weiß nicht recht was dort geschieht,

was immer er am Himmel sieht.

Später sprechen Astronomen

dem zu Folge von dem Omen,

wenn sie zu dem Himmel schauen

und dem alten Nonsens trauen.

 

Der alte Nonsens bleibt begehrt

und er gibt sich sehr gelehrt,

obwohl die Lehre die geschieht

nur dumpfe Leere nach sich zieht.

Im Nonsens, das ist der Beweis,

zog schon der Urmensch manchen Kreis

und sprach von Kreisen, die er zieht,

in seinem Ur - Kult den er sieht.

Schließlich haben Astrologen

sich dem Unsinn untergezogen.

Die Sternengucker in der Nacht

haben sich ein Bild gemacht,

von dem was realistisch scheint,

wie man in der Bildung meint.

Doch manche Meinung ist vergänglich

und nur selten lebenslänglich.

 

Weil jede Meinung die geschieht

real bedingt nicht weiter sieht,

als es der Horizont erlaubt,

wenn eingeschränkt und überhaupt

sich ein Horizont auch zeigt,

der ständig zu verschwinden neigt,

der sich ständig weit entfernt,

so sehr der Mensch auch weiter lernt,

darum lernt der Mensch vom Fache

auch nur in der Meinungssache.

Der Sternengucker schaut nach oben

und hat den Kopf empor gehoben

und sicherlich dabei bezweckt,

dass er viel im Raum entdeckt,

soweit er ständig dann und wann

weiter viel entdecken kann.

 

Weil er nach der Entdeckung hascht,

ist er letztens überrascht,

von dem was auch der klügste Mann

gar nicht mehr entdecken kann,

was sich jedoch nicht verliert

und trotzdem räumlich existiert.

H. Feisel

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Freitag, 8. januar 2010 5 08 /01 /2010 10:46

Spieß.

 

Der Urmensch hat den Spieß erfunden. Er quälte sich oft viele Stunden,

auf dem ziemlich groben Land, bevor er seinen Speer erfand.

Der harte Stein, als spitze Schneide, bohrt sich bis ins Eingeweide,

hat der Urmensch einst gedacht und einen Speer daraus gemacht.

Er bastelte am Speer herum, vor neugierigem Publikum

und kam schließlich auf den Dreh. Das tat dann der Tierwelt weh

und den Feinden, den verfluchten, die immer was zu fressen suchten,

als so genannte Kannibalen, ohne dafür zu bezahlen.

Den Stein verlängert er mit Stiel. Dann kam die Wurftechnik ins Spiel

und mit dem Spieß, den er laut lobte und lange Zeit nur zaghaft probte,

wie er am besten werfen kann, gelang es ihm dann irgendwann

zum großen Jäger aufzusteigen und er tat sich erfolgreich zeigen.

 

Die Kannibalen abzuwehren das war damals sein Begehren,

mit dem Spieß in seiner Hand. Den Gegner streckt er in den Sand

und den hielt er schließlich ganz überlegen auf Distanz.

Dann hört der Urmensch im Bestreben endlich einmal auf zu leben

und kam allmählich, mit Methode, schließlich völlig aus der Mode.

Nach erfahrungsreichen Stunden wird der Söldner dann erfunden.

Mit einem neuen Spieß aus Eisen muss sich der im Kampf beweisen,

wobei jedoch im Krieg dann prompt der Gegner auch mit Spießen kommt.

Der Spieß bohrt sich in Bauch und Brust und den es trifft verliert die Lust

im Kampfgetümmel viel zu geben. In der Art kämpft man um das Leben

und man muss um sein Leben kämpfen und die Lust vom Gegner dämpfen,

nicht zuletzt auch mit dem Spieß, bis den die Kampfmoral verließ.

 

Die Kampfmoral verliert sich wieder, durch die allzu schweren Glieder,

und damit enden Heldentaten, bei der Erschöpfung der Soldaten,

von dem Ritter ganz zu schweigen. Der tut sich nicht gern offen zeigen

und versteckt sich in dem Panzer, im Gegensatz zum leichten Lanzer.

Der Landsknecht trägt dabei die ganze mitunter hinderliche Lanze.

Dann sucht der Landser seine Ehr, in immenser Gegenwehr.

Der Urmensch wurde ausgemustert und der Soldat zurecht geschustert

bei der Übung und im Drill, durch den Spieß den keiner will.

Doch der Spieß ist viel zugegen um Rekruten zu bewegen,

indem er laut, zu mancher Zeit, aus Leibeskräften dabei schreit.

Er schreit dabei, aus voller Kehle, immer ständig die Befehle,

die in mancherlei von Sachen dem Rekrut zu schaffen machen.

 

Dieser wälzt sich tief im Schlamm, klimmt empor am steilen Damm,

macht Klimmzüge und ist erhitzt, während er im Eifer schwitzt,

den der Spieß dabei erzwingt. Was die Übung mit sich bringt,

das ist der unbeliebte Spieß, wie es oft in Sagen hieß.

H. Feisel

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Samstag, 19. dezember 2009 6 19 /12 /2009 09:42

Session.

 

Tut der Urmensch sesshaft werden,

dann sitzt er, bei viel Beschwerden,

grübelnd an dem Lagerfeuer.

Sein Gedanke ist ein neuer,

denn er will nicht, sozusagen,

ständig mühsam weiter jagen,

sondern gerne, hier auf Erden,

schließlich einmal sesshaft werden.

Darum bleibt er am Boden sitzen.

Er konzentriert sich auf die Zitzen

der bekannten wilden Ziegen

und versucht ein Vieh zu kriegen,

das er vielleicht, irgendwann,

mit den Händen melken kann.

Die Ziege muss er lebend fangen,

sonst wär das Melken nicht gegangen.

Vielleicht war es auch gar kein Mann

der den genialen Trick ersann,

wie man mühelos und prompt

zu dem Ziegenkäse kommt,

aus der Milch der Mutterziege.

Der Urmensch bastelt an der Liege

die er nun als ganzer Mann

in der Zeit erfinden kann,

zwecks der sesshaften Gestaltung,

nebst auch reichlich Unterhaltung.

Der Urmensch liegt oft auf der Liege.

Der Säugling schaukelt in der Wiege.

 

Zum Schreiben fehlt ihm noch der Stift.

Was die Beratschlagung betrifft,

da ist der Urmensch schon recht lange

in der Sitzung fest zugange,

in der, im großen Redefleiß,

jeder alles besser weiß.

Der Urmensch fühlt sich nun gewitzt,

als er oft beim Palaver sitzt

und das Palaver nimmt kein Ende,

in dem Alltag nach der Wende,

nachdem er nicht nur jagen muss.

Nun streitet man sich im Beschluss

wie man den Fortschritt, dann und wann,

irgendwie verbessern kann.

Der Milchfluss der ist eingeleitet

und was keiner mehr bestreitet,

das ist der Vorteil, den man sieht,

obwohl der Nachteil auch geschieht.

Die Gattin muss die Ziegen melken.

Das Gras tut in der Sonne welken,

nur muss es leider, trotz Beschwerden,

gewendet und geborgen werden.

Weil der Hirte so im Land

aus dem Jäger einst entstand,

kann der Ackerbauer werden

und wachsen tun die Ziegenherden,

auch wenn der Bock im Übermut

weithin ziemlich stinken tut.

 

Sesshaft hat der Mensch gesessen

und vom Hab und Gut gegessen,

das er sich zu eigen machte,

als er es zum Wohlstand brachte.

Der Sessel muss danach auf Erden

in diesem Sinn erfunden werden

und der Vorsitz, in der Tat,

beim Palaver in dem Rat,

hat der Häuptling ganz bestimmt,

von dem man manches Wort vernimmt.

Einer muss wohl kommandieren,

denn er tut sich selbst genieren,

angesichts bestimmter Sachen,

schwere Handarbeit zu machen.

Der Ackerbau, der Wohlstand bringt,

sofern das Klima gut gelingt,

macht den Urmenschen indessen

allmählich nach und nach vergessen,

obwohl der Urmensch ganz verdeckt,

noch in manchen Menschen steckt,

die im Urtrieb daran hängen

andere zur Pflicht zu drängen

und andere beherrschen wollen.

Der Häuptling sieht sein Recht im Grollen,

während er sich dabei eilt

und Pflichten rings herum verteilt.

Der Häuptling bleibt ein Kontrolleur, 

im entwickelten Malheur, 

und er sorgt, in der Session,

für seinen reichen Spitzenlohn.

H. Feisel

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Sonntag, 6. dezember 2009 7 06 /12 /2009 12:26

Selbstsicher / Urmenschliches.

 

Die Weiber machen viel Gekicher.

Der Urmensch ist sich nicht ganz sicher,

ob ihm das Gekicher gilt,

als ihn laut der Häuptling schilt,

der ihm, eher laut als still,

damit etwas sagen will.

Der Urmensch ist noch jung an Jahren

und nicht allzu sehr erfahren

und hat einen Bock geschossen,

denn er traf den Jagdgenossen

ganz gezielt ins Hinterteil,

aus Versehen nur und weil

er eigentlich nur etwas schielte,

als er auf den Springbock zielte,

den alten wilden Ziegenbock.

Die Jagd die führte zu dem Schock,

den der Kumpel, etwas lahm,

samt Pfeil, mit sich nach Hause nahm.

Übers Jagdglück lässt sich streiten,

auch in urtümlichen Zeiten.

 

Der Medizinmann muss herbei

und trotz dem ziemlich jähen Schrei

zieht er heftig an dem Pfeil.

Vorher versteckt er dieses Beil,

das der Urmensch bei sich trägt,

damit ihn dieser nicht erschlägt.

Die Wunde muss, trotz viel Beschwerden,

auch noch nachbehandelt werden,

im „Ur o logischen“ Gestalten.

Der Patient tut sich verhalten,

als wenn ihn die Tarantel sticht,

denn ruhig liegen tut er nicht.

Die Wunde muss behandelt sein,

sonst geht vielleicht der Urmensch ein,

was man jedoch vermeiden will.

Der Schamane legt ihn still,

mit einer Droge aus dem Kraut,

bevor er in die Wunde schaut.

Die klafft an dem Hinterteil

und ist lange noch nicht heil.

 

Der Patient wird nun bewegt

und hierbei auf den Bauch gelegt,

in einem etwas schrägen Winkel.

Etwas Spucke und auch Pinkel'

soll die Wunde keimfrei machen.

Der Schamane holt noch Sachen

die er gut verwenden kann

und vielleicht tut, irgendwann,

im heilprozesslichen Geschehen,

der Urmensch wieder aufrecht stehen.

Sitzen kann er vorerst nicht,

wie der Medizinmann spricht,

unverständlich im Latein,

denn manches will verstanden sein,

in dem urweltlichen Sprechen.

Die Zunge muss man sich zerbrechen,

wenn man die Laute, nicht zu still,

zu verstehen geben will.

Das Verständnis fällt oft schwer.

Wo nimmt man neue Worte her?

 

Der Medizinmann ist ein Meister,

im Beschwören vieler Geister,

die ihm vielleicht helfen können,

wenn sie das dem Verletzten gönnen

und demselben helfen wollen.

Vielleicht tun sie auch nur grollen.

Der Schamane tut was brummen

und die Weiber tun verstummen,

die sich allmählich Sorgen machen.

Die meisten hört man nicht mehr lachen,

die sich, mindesten bis morgen,

um den beliebten Jäger sorgen.

Der Jäger ist ein wilder Treiber

und es treibt ihn zu viel Weiber,

soweit er viele kennen lernt

und danach sein eigen nennt.

Doch heute muss man sich gedulden.

Der Halbstarke tat das verschulden,

der nicht den maskulinen Mann

vom Springbock unterscheiden kann.

H. Feisel

 

 

 

 

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Donnerstag, 26. november 2009 4 26 /11 /2009 09:42

 

 

 

Sauer.

 

Alles was an manchem Tag,

der Urmensch wohl sehr gerne mag,

so tut es schon das Wort besagen,

richtet sich nach seinem Magen.

Es hat der Urmensch das entdeckt,

was ihm auf der Zunge schmeckt.

Und was ihm schmeckt,

wonach er schaut,

das hat er immer gern verdaut.

Was schmeckt und nährt, das tut er kauen,

um es im Magen zu verdauen.

Mögen tut er, was er mag,

was schmackhaft auf der Zunge lag.

 

Stößt es ihm sauer im Verlauf,

übel von dem Magen auf,

dann muss der Urmensch sich beklagen

über Übelkeit im Magen.

Was er dabei gar nicht mag,

ist das was schwer im Magen lag.

Der Urmensch weiß auch ganz genau;

- er mag auch seine junge Frau.

Die konnte er für sich entdecken.

Die mag ihm wohl genau so schmecken.

Und in der Tat ist, wie es muss,

die süße Liebe ein Genuss.

 

Die Frucht ist dabei süß und lieblich;

der Urmensch gibt sich sehr betrieblich,

fühlt sich, das wird hier beschrieben,

zu seinem Weibe hin getrieben.

Er wünscht sich dabei alles Liebe

und hofft, dass dieses immer bliebe.

Doch  stößt es ihm, dann im Verlauf,

nach ein paar Jahren sauer auf,

denn er schmeckt danach, 0 Wehe,

viel Bitterkeit in seiner Ehe,

nachdem sein Weibchen ihn verließ

und ihn einen Trottel hieß.

 

Nach Ehekrach, wobei sie lärmt,

hat sie vom neuen Mann geschwärmt,

vom neuen Mitglied ihrer Sippe.

Der Exmann nennt sie eine Hippe,

den Nebenbuhler ihren Bock

und geht gebeugt an seinem Stock.

Er ist nicht aufgelegt zum Scherzen,

beklagt sich über Magenschmerzen,

muss sich durch den Magen bücken

und geht gebeugt in seinem Rücken.

Aufrecht tat er vorher stehen.

Jetzt muss er ohne Rückgrat gehen.

 

Es hat das Weib ihm manchen Bissen,

kurz vor dem Munde weg gerissen,

nach der Scheidung, wie es geht,

wenn die auf Unterhalt besteht,

wodurch er, hiervon nicht erbaut,

an einem zähen Brocken kaut.

 

von Heinrich Feisel

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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  • : Da es für einen unbekannten Möchte-Gern-Autor, ohne finanzielle Risiken, unmöglich ist im Buchmarkt einzusteigen, im Gegensatz zur leicht zu vermarktenden Prominenz, versuche ich mein Bestes auf diesen Wegen zu geben, uneigennützig gewisser weise

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