4. Der Urmensch I der fortschreitende und erfinderische.
Er schlich am Anfang im Geschehen,
im Dschungel auf sehr leisen Zehen.
Und während Affen wütend kreischen,
tat er wie eine Schlange schleichen,
hielt sich in dem Gebüsch versteckt
und war vom Blätterwerk verdeckt.
War ohne Rückgrat im Geschehen
und konnte wenig aufrecht gehen.
Tat sich beim Laufen ängstlich ducken
und tat sehr oft zusammen zucken;
tat sich wie die Schlange winden
und im Staub des Bodens schinden.
Doch von der Schlange lernt er bald,
die Hinterlist im Hinterhalt;
benutzt das Gift vom Schlangenzahn
und spitzt seine Pfeile an.
Er legt sich damit auf die Dauer,
wie die Schlange auf die Lauer.
Behalf sich auch im allgemeinen
mit Stangen, Knüppeln und mit Steinen.
In auswegloser Not da lieh
er sich im Kopf die Phantasie.
Sein Gehirn war zwar noch schmächtig,
doch seine Logik wuchs beträchtig.
Je mehr er solche Logik fand,
je größer wurde sein Verstand.
Und um so mehr, auf Schritt und Tritt,
wuchs sein Kleinhirn eifrig mit.
Der Kopf, der so gepriesen sei,
den hat das Wesen nun dabei.
Was der Mensch im Geist befand,
verhilft ihm bald zur Oberhand.
r beginnt den Kopf zu loben
und liegt im Kampf nun meistens oben.
Der Überlebenskampf gelingt,
was Strategie und Taktik bringt.
Das Gehirn, das war ein Segen.
Trickreich tat sich dieses regen,
sich im Einfall neu gestalten
und den "Menschen" mit entfalten.
Die tiefen Falten an der Stirn,
wurden geglättet mittels Hirn.
Nachdem der Mensch, wie es geschah,
zunächst nur leichte Beute war,
nur Vegetarier und sehr mager,
mühsam ernährt und meistens hager,
bleibt es nicht bei dem Kostverächter,
wird er zum Jäger und zum Schlächter.
Bald tut der Urmensch nicht mehr klagen,
sondern gefürchtet, Tiere jagen.
Das Tier erfährt in diesem Stil,
Urmensch im neuen Rollenspiel.
Der Urmensch, der einst hilflos zappelt,
hat sich im Geiste aufgerappelt,
hat sich gerade aufgerichtet
und seine Dominanz gesichtet.
von Heinrich Feisel