Urmensch

Tuesday, 8. june 2010 2 08 /06 /Juni /2010 10:25


 

4. Der Urmensch I der fortschreitende und erfinderische.

 

Er schlich am Anfang im Geschehen,

im Dschungel auf sehr leisen Zehen.

Und während Affen wütend kreischen,

tat er wie eine Schlange schleichen,

hielt sich in dem Gebüsch versteckt

und war vom Blätterwerk verdeckt.

War ohne Rückgrat im Geschehen

und konnte wenig aufrecht gehen.

Tat sich beim Laufen ängstlich ducken

und tat sehr oft zusammen zucken;

tat sich wie die Schlange winden

und im Staub des Bodens schinden.

Doch von der Schlange lernt er bald,

die Hinterlist im Hinterhalt;

benutzt das Gift vom Schlangenzahn

und spitzt seine Pfeile an.

Er legt sich damit auf die Dauer,

wie die Schlange auf die Lauer.

 

Behalf sich auch im allgemeinen

mit Stangen, Knüppeln und mit Steinen.

In auswegloser Not da lieh

er sich im Kopf die Phantasie.

Sein Gehirn war zwar noch schmächtig,

doch seine Logik wuchs beträchtig.

Je mehr er solche Logik fand,

je größer wurde sein Verstand.

Und um so mehr, auf Schritt und Tritt,

wuchs sein Kleinhirn eifrig mit.

Der Kopf, der so gepriesen sei,

den hat das Wesen nun dabei.

Was der Mensch im Geist befand,

verhilft ihm bald zur Oberhand.

r beginnt den Kopf zu loben

und liegt im Kampf nun meistens oben.

Der Überlebenskampf gelingt,

was Strategie und Taktik bringt.

Das Gehirn, das war ein Segen.

Trickreich tat sich dieses regen,

sich im Einfall neu gestalten

und den "Menschen" mit entfalten.

 

Die tiefen Falten an der Stirn,

wurden geglättet mittels Hirn.

Nachdem der Mensch, wie es geschah,

zunächst nur leichte Beute war,

nur Vegetarier und sehr mager,

mühsam ernährt und meistens hager,

bleibt es nicht bei dem Kostverächter,

wird er zum Jäger und zum Schlächter.

Bald tut der Urmensch nicht mehr klagen,

sondern gefürchtet, Tiere jagen.

Das Tier erfährt in diesem Stil,

Urmensch im neuen Rollenspiel.

Der Urmensch, der einst hilflos zappelt,

hat sich im Geiste aufgerappelt,

hat sich gerade aufgerichtet

und seine Dominanz gesichtet.

 

von Heinrich Feisel

 

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Sunday, 30. may 2010 7 30 /05 /Mai /2010 10:59


 

3. Der Urmensch

(Gewohnheit und Sexualverhalten in der Ur - Menschensippe).

 

Der Urmensch hat bald überall,

erblich bedingten Haarausfall.

Sei es dass er die Haare raufte,

oder Pelz als Luxus kaufte;

sei's dass die Sonne ihn verbrannte,

wenn er keinen Schatten kannte.

Er hat den Tierpelz sich geliehen,

wodurch die Tiere vor ihm fliehen.

Der Urmensch, als das Meisterstück,

brachte keinen Pelz zurück,

weshalb die Tierwelt, die beraubte,

ans eigne Wohl nicht lange glaubte.

Er bringt die Viecher nun auf Trab

und zieht dem Vieh die Felle ab.

Er wickelt sich in deren Felle

und überlebt dank Feuerstelle;

schmückt sich mit Zähnen und mit Knochen

und hat sich mit dem Wolf berochen.

Und mit dem Wolf schließt er den Bund

und macht den Wolf zu seinem Hund.

Die können nun bezüglich Magen,

gemeinsam miteinander jagen.

 

Er hantiert mit Speer und Keulen

und tut mit den Wölfen heulen.

Der Urmensch spricht mit vollem Mund,

zu seinem Bello, seinem Hund.

Er ist um seinen Hund besorgt

und hat das Tier nicht gern verborgt.

Tut lieber altes Weib verschenken

und dabei an die Neue denken.

Ein neues Weib ist schnell geraubt,

vom urmenschlichen Oberhaupt

und genau so schnell gezähmt;

in Rückenlage wie gelähmt.

Doch ein zahmer Wolf ist selten.

Der kann fette Beute melden.

Auch ist der Urmensch bald ein Treiber.

Er jagt und sammelt viele Weiber,

ist während er den Sex bestreitet,

insofern wenig zart besaitet.

Er macht kein langes Federlesen

und zärtlich ist er nie gewesen.

 

Weiber kriegt er viel zu fassen,

die müssen alle Federn lassen.

Die treibt er vor sich in die Enge,

die ähneln nach dem Handgemenge,

tief geknickt am Boden nun,

meistens dem gerupften Huhn.

Für Zärtlichkeit ist in der Tat,

ein Urmensch viel zu rabiat

und ist in dem Spiel allgemein,

nicht sensibel und nicht fein.

Der Urmensch folgt in Sex und Liebe,

dem urtümlichsten aller Triebe.

Der Urmensch hat nie lang gefackelt,

wenn eine mit dem Hintern wackelt.

Er stürzte sich aufs Lustobjekt

und hat viel Frust damit bezweckt.

Er hüpfte, wo es sich empfohl,

spontan und aufs Geratewohl.

Der wahllos wilde Kindersegen,

tat die Gemüter kaum erregen.

Der Durchblick tat sich schnell verlieren.

Man tat sie kaum einmal sortieren.

Man tat auch über viel Alüren,

nicht ansatzweise Bücher führen.

 

Auch biss er sich mit seinem Weibe,

im Unterschlupf, in ihrer Bleibe.

Sein altes Weib blieb unter Zwängen

und ließ sich ungern dort verdrängen,

tat häufig knurren und laut kreischen

und tat keinen Zollbreit weichen.

Die Alte lag ihm schwer im Magen,

die ließ sich nur sehr schwer ertragen.

Die Junge, die er lieber hat,

die ist er noch lang nicht satt.

Die Alte ist nur schwer verdaulich,

die Junge aber mehr erbaulich.

Die Alte protestiert sehr laut,

gegen seine neue Braut.

Doch der Protest, der häufig stört,

wird wenn möglich überhört.

Der Urmensch an der Feuerstelle,

kriecht mit der Jungen unters Felle.

Zog sich das Fell über die Ohren,

hat in der Weise nicht gefroren.

Die Alte, hofft er, wird sehr bald,

ganz von selber steif und kalt.

 

Der Urmensch fraß auch Seinesgleichen,

doch nicht die alten Weiberleichen.

Der Feind von fremden Menschensippen,

war delikat bis auf die Rippen,

war Festtagsschmaus und als Menü,

Hauptbestandteil in der Brüh.

Ein junger Urmensch tat stets schmecken.

Der Menschenfresser tat sich lecken.

Ein alter Feind hat zäh gerochen

und bestand aus Haut und Knochen.

Den fraß man ohne Futterneid,

als Schmalkost in der Fastenzeit.

Der Wolfshund hat dabei die Knochen,

lang beschnuppert und berochen.

So hat der Urmensch auch indessen,

im wesentlichen ausgefressen,

was ihm die Natur einbrockte,

solange er am Boden hockte.

 

 

Heinrich Feisel

 

 

 

 

 

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Sunday, 16. may 2010 7 16 /05 /Mai /2010 13:54

 

 

 

 

Der Urmensch.

 

2. Beschreibung des Urmenschen in seinen Ei-gen-schafften (was Ei und Gen schafften).

 

Der Urmensch ging im allgemeinen,

auf kurzen und sehr krummen Beinen

und hatte anfangs im Geschehen,

recht viel Mühe mit dem Gehen.

Der Urmensch brauchte nie Perücken,

war dicht behaart auf Brust und Rücken.

Sah aus wie Teufel, "Gott vergelts,"

mit langem und sehr dichtem Pelz.

War ohne Kleidung noch nicht nackt,

war im Pelzkleid sehr intakt.

Der Urmensch, lässt sich noch erwähnen,

mahlt wie ein Rindvieh mit den Zähnen.

Schob in sein Maul, mit großen Tatzen

und war am Würgen und am Schmatzen.

Er tat in große Stücke reißen

und große Brocken davon beißen.

Der Urmensch mit der Löwenmähne

hat ein mächtiges Gebiss.

Doch hat er keine dritten Zähne

und am Kauwerkzeug Verschliss.

 

Die Zähne taten all verschleißen,

durch das viele Knochen beißen.

Die Krallen blieben ungestutzt.

Das Fell war selten mal geputzt.

Die Zähne tat man, wie bei Wutzen,

leider ganz und gar nicht putzen.

Das Wasser tat der Urmensch meiden,

tat wasserscheu darunter leiden.

Wenn alter Urmensch nicht mehr kaut,

dann hat er meistens abgebaut.

Dann tat er seinen Geist aufgeben,

angesichts vom tristen Leben.

Dann holt er in der dunklen Gruft

ein letztes Mal noch ganz tief Luft.

Der Urmensch tappelt unverhohlen,

ohne Schuh und ohne Sohlen,

lief unter Fußgeruch undSchweiß, 

sich seine großen Füße heiß;

hatte schon im alten Brauch,

Platt- und Spreizfuß häufig auch.

 

Das Langhaar war schon zu der Zeit,

die liebe werte Weiblichkeit.

Die hatten stets die längsten Mähnen

und hatten Haare auf den Zähnen.

Die Weiber hatten schlimme Tatzen

und taten kreischen, fauchen, kratzen.

Die ließen sich kaum unterkriegen,

sich kaum zähmen, kaum besiegen,

außer in der Paarungszeit.

Im heißen Pelz war sie bereit,

unterwürfig und von Willen;

und ließ sich ihr Bedürfnis stillen.

 

Heinrich Feisel (1990)

 

 

 

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Saturday, 8. may 2010 6 08 /05 /Mai /2010 09:30


1. Der Urmensch (der unterdrückte und noch rückständige).


Auf der alten Erde hier, 

gab's unter all dem Urgetier,

von all den Tieren ausgelesen,

ein ganz sonderbares Wesen.

Der Urzweibeiner, der noch kroch,

war zunächst sehr hilflos noch;

war auch zunächst noch leichte Beute,

was die Beutejäger freute.

Doch richtet sich im Lebenslauf,

das Wesen von dem Boden auf.

Sein Schicksal war zum Haare raufen.

Es tat sich allzu oft verlaufen;

der Fluchtweg blieb ihm oft verwehrt,

es war als Beute sehr begehrt.


Am Fluchtort war es, an der Stelle,

im laufen leider gar nicht schnelle. -

War auch im klettern, wie man weiß,

nicht wie die Affen, voller Fleiß

und konnt'' sich, darauf kann man wetten,

auch nicht durch große Sprünge retten.

Dem Ur - Urmenschen, ums Verrecken,

blieb nur die Chance im Verstecken.

 

Auch Hörner hat er nicht gekannt.

Er wurde sehr leicht überrannt.

Die Hörner setzt er im Verlauf,

sich später als Germane auf,

womit er damals, wies geschah,

erst wenig fortgeschritten war.


In ursprünglich verzwickter Zeit,

hat er auch kein Stachelkleid;

und kein Panzer und kein Schild,

als ihm die Attacke gilt.

Tat man ihn kräftig attackieren,

tat er den Daseinskampf verlieren.

Anfangs saß er recht ungesund,

noch arg gebeugt am tiefen Grund

und war verwandt mit vielen Affen;

doch tat das Klettern nicht so schaffen.

Er war mit Affen zwar verwandt,

jedoch als träg und faul bekannt.

Auch hängt der Urmensch bei der Rast

nicht gut geschützt an einem Ast.


Und große Hektik, die entsteht,

bekanntlich wenn's ums Leben geht.

 

Das bringt den Urmensch immerzu,

in seiner Faulheit um die Ruh.

Er blieb der Faulheit lange treu

und war zudem sehr wasserscheu.

Benutzte Wasser nur zum Trinken

und tat dementsprechend stinken.

Er war zu faul um sich zu baden,

auch viel zu faul für große Taten.

Im tiefen Dschungel taten Affen

misstrauisch auf den Menschen gaffen,

ließen im Konkurrenzkampf immerzu,

dem Bodenhocker keine Ruh.


Das tat dem Bodenhocker stinken

und er tat im Anseh'n sinken,

wodurch er auf die Affen flucht

und eine neue Bleibe sucht.

In manche Grotte flüchtet er,

versehentlich zum Höhlenbär,

was das Untier übel nahm,

wenn es in seine Höhle kam,

zum Winterschlaf, zu diesem Zweck,

mit einem dicken Winterspeck.

 

Geteiltes Bett war dem zu dumm.

Der Höhlenbär nahm das zu krumm;

und er zerriss an solchen Plätzen

die Urmenschpelze arg in Fetzen.


So taten sich die Höhlenbären

zunächst noch sehr erfolgreich wehren.

Es kam neben dem Höhlenbär,

ihm auch das Mammut in die Quer.

Das Mammut mit dem Riesenzahn,

zertrampelte den Urmenschclan

und trieb dieselben kreuz und quer,

wenn's rot sah, lange vor sich her.

Man war den Tieren, die sich regen,

zunächst ziemlich unterlegen,

war nicht so flink und so behände,

mit Ausdauer sehr schnell am Ende.

Man konnt'' sich unter all den Tieren

zunächst gar nicht profilieren.


Man war hilflos, steif in Flucht,

verkroch sich in der Felsenschlucht,

hatte miteinander Krach,

war ohne Werkzeug viel zu schwach.

 

Und das Leben war erbärmlich

und ohne Fortschritt viel zu ärmlich.

Man war in Wildnis, an der Stätte,

lange schwächstes Glied der Kette.

Darum half dann in der Stirn

ihnen langsam das Gehirn.

Mit dem Gehirn kam das Geschick

und mancher raffinierte Trick.


Hch. Feisel (1990)



 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Saturday, 1. may 2010 6 01 /05 /Mai /2010 08:51

 

Urmaß.

 

Der Urmensch sorgt für seinen Bauch.

Für Kinder sorgt der Urmensch auch,

vorwiegend im Monat Mai.

Dann ist der Winter ganz vorbei

und Eis und Schnee ist weggetaut.

Der Urmensch hat sich nun getraut

und er traut sich immerzu

jedes Jahr das gleiche zu.

Der Mai ist mild, er ist bereit,

und hat wie jedes Jahr gefreit,

damit im nächsten Jahr, ganz prompt,

der Nachwuchs in dem Frühjahr kommt.

 

Der Nachwuchs, das wird hierbei klar,

kommt zustande Jahr für Jahr.

Dem Urmensch ist davor nicht bang.

Sein ganzes Liebes Leben lang

ist er, manchmal schon verfrüht,

um seinen Nachwuchs sehr bemüht.

Er bemüht sich in dem Fache,

ist mit Vergnügen bei der Sache

und produziert in diesem Maß

den Letzten, den er fast vergaß,

in seinem wohl vertrauten Bau,

im hohen Alter, alt und grau.

 

Er ist gelaufen und gesprungen.

Das Zählen ist ihm nicht gelungen.

Zwar tat er manche Nummer wählen,

doch bis drei kann er nicht zählen,

weshalb drei Weiber auch nicht reichen

um den Nachwuchs auszugleichen,

in einer Zahl, die er nicht kennt,

die er einfach Menge nennt,

die er wenig überschaut.

Mit Mengenlehre schlecht vertraut,

schließt er im Bau, in großer Enge,

einfach halber auf die Menge.

 

Je mehr die Sippe, klein zunächst,

mengenmäßig weiter wächst,

um so, ja man glaubt es kaum,

wärmer wird es in dem Raum,

und man macht sich seinen Reim

auf das Urzeiteigenheim,

in dem das Schema funktioniert,

wo keiner mehr im Frost erfriert.

Im harten Winter, in der Qual,

überlebt die große Zahl,

die sich in die Grotte zwängt

und dicht an dicht zusammen drängt.

 

Im Frost hat Sex nicht mehr gereizt,

da denkt man nur an das was heizt,

wie man den Winter übersteht

und ob der bald zu Ende geht

und ob der Mai bald wiederkehrt,

den man als Höhepunkt verehrt.

Nur gut dass man im großen Maß

im Winter in der Höhle saß,

denn die, die keine Bleibe haben

die sind gefressen von den Raben

und mancher war halt eben drum

zum Überleben viel zu dumm.

 

Der Schlaue, an der Feuerstelle,

hüllt sich ein in Pelz und Felle

und tat in solcherlei Bestreben

den schlimmsten Winter überleben.

Der Dumme weiß sich keinen Rat

und endet kläglich in der Tat;

und einer ist in dieser Welt

vielleicht allein auf sich gestellt

und überlegt schon irgendwie

die Überlebensstrategie,

in der er einfallsreich bestrebt

ganz alleine überlebt.

 

H. Feisel

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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