Urmensch

Thursday, 26. november 2009 4 26 /11 /Nov. /2009 09:42

 

 

 

Sauer.

 

Alles was an manchem Tag,

der Urmensch wohl sehr gerne mag,

so tut es schon das Wort besagen,

richtet sich nach seinem Magen.

Es hat der Urmensch das entdeckt,

was ihm auf der Zunge schmeckt.

Und was ihm schmeckt,

wonach er schaut,

das hat er immer gern verdaut.

Was schmeckt und nährt, das tut er kauen,

um es im Magen zu verdauen.

Mögen tut er, was er mag,

was schmackhaft auf der Zunge lag.

 

Stößt es ihm sauer im Verlauf,

übel von dem Magen auf,

dann muss der Urmensch sich beklagen

über Übelkeit im Magen.

Was er dabei gar nicht mag,

ist das was schwer im Magen lag.

Der Urmensch weiß auch ganz genau;

- er mag auch seine junge Frau.

Die konnte er für sich entdecken.

Die mag ihm wohl genau so schmecken.

Und in der Tat ist, wie es muss,

die süße Liebe ein Genuss.

 

Die Frucht ist dabei süß und lieblich;

der Urmensch gibt sich sehr betrieblich,

fühlt sich, das wird hier beschrieben,

zu seinem Weibe hin getrieben.

Er wünscht sich dabei alles Liebe

und hofft, dass dieses immer bliebe.

Doch  stößt es ihm, dann im Verlauf,

nach ein paar Jahren sauer auf,

denn er schmeckt danach, 0 Wehe,

viel Bitterkeit in seiner Ehe,

nachdem sein Weibchen ihn verließ

und ihn einen Trottel hieß.

 

Nach Ehekrach, wobei sie lärmt,

hat sie vom neuen Mann geschwärmt,

vom neuen Mitglied ihrer Sippe.

Der Exmann nennt sie eine Hippe,

den Nebenbuhler ihren Bock

und geht gebeugt an seinem Stock.

Er ist nicht aufgelegt zum Scherzen,

beklagt sich über Magenschmerzen,

muss sich durch den Magen bücken

und geht gebeugt in seinem Rücken.

Aufrecht tat er vorher stehen.

Jetzt muss er ohne Rückgrat gehen.

 

Es hat das Weib ihm manchen Bissen,

kurz vor dem Munde weg gerissen,

nach der Scheidung, wie es geht,

wenn die auf Unterhalt besteht,

wodurch er, hiervon nicht erbaut,

an einem zähen Brocken kaut.

 

von Heinrich Feisel

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Sunday, 8. november 2009 7 08 /11 /Nov. /2009 12:33

Säbelzahntiger.


Als sich der Urmensch noch gebückt

schleichend in den Wald verdrückt,

in noch sehr gekrümmter Haltung

und ohne technische Gestaltung,

ist er oft auf Erden hier

nur ein leichtes Beutetier,

das am Boden hüpft und springt

und dem die Flucht meist nicht gelingt.

Weil der Urmensch stark bedrängt

auch an seinem Leben hängt,

muss er sich aus freien Stücken,

wenn möglich, in ein Loch verdrücken.

Ist der Urmensch auf der Flucht,

zu einer Höhle in der Schlucht,

dann darf er nicht sehr lang verweilen,

dann muss er sich enorm beeilen,

während er ganz hektisch flieht.

Der Säbelzahntiger der sieht

und wittert ihn sehr gern als Beute

und greift sich einen aus der Meute,

wenn eine ganze Gruppe springt,

was einem dann nicht mehr gelingt.

Der Urmensch ist in dem Bereich

noch mehr den wilden Affen gleich.

 

Der Säbelzahntiger ist groß

und der Ururmensch ist bloß

als leichte Beute sehr begehrt,

solang er sich nicht kräftig wehrt.

Wehren kann er sich wohl nicht,

aus beängstigender Sicht,

völlig hilflos auf dem Land,

ohne Waffen in der Hand

und die Flucht fällt ihm oft schwer.

Wo nimmt er seine Chance her,

im alltäglichen Bestreben,

irgendwie zu überleben,

in der Wildnis an der Stätte,

wo er gern das Sagen hätte?

Der Ururmensch bleibt gern lebendig,

doch der Urtiger ist wendig

und kann große Sprünge machen.

Dem Urmenschen vergeht das Lachen,

wenn er denn schon lachen kann

und der stärkste Urmenschmann

bleibt drohend völlig wirkungslos.

Der Urtiger ist rigoros

auf die leichte Beute aus

und macht manchem den Garaus.

 

Wenn er den Ururmenschen greift

und mit sich in das Dickicht schleift,

dann kann derselbe nicht entrinnen

und keinerlei von Flucht beginnen.

In den ziemlich großen Fängen

tut er im Verderben hängen,

in seinem Elend und allein

und er muss die Beute sein,

die das schlimme Raubtier frisst,

bis es ganz gesättigt ist,

nebst vielleicht noch seinen Jungen.

Die kommen hungrig angesprungen,

in enormen Interessen,

um sich auch noch satt zu fressen.

Was vom Urmensch dann noch bleibt,

wie man es nur schlecht beschreibt,

sind allenfalls noch ein paar Knochen

und die werden noch berochen,

noch abgenagt und abgeleckt,

weil der Urmensch scheinbar schmeckt.

Der Urmensch flüchtet drum zeitlebens,

doch irgendwann einmal vergebens,

vor den ganz enormen Krallen,

die ihm sicher nicht gefallen.

 

Die langen Säbel in dem Rachen

tun ihm schwer zu schaffen machen,

aus denen er sich, wenn er schreit,

in keiner Weise noch befreit.

Als sich der Urmensch, irgendwann

sehr erfolgreich wehren kann,

verwegen und mit langer Mähne,

benutzt er von dem Tiger Zähne,

die er an Skeletten findet,

die er an lange Stöcke bindet

und die ziemlich scharfen Krallen,

die dann dem Tiger nicht gefallen.

H. Feisel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sunday, 1. november 2009 7 01 /11 /Nov. /2009 13:09

Risiko.

 

Der Urmensch hat sehr viel verkraftet.

Im Risiko, das an ihm haftet,

hat er sich schon mal verletzt,

wenn er durch das Gelände hetzt.

Manchmal rennt er, wie im Wahn,

vorm Tiger mit dem Säbelzahn,

wie im Wettlauf um sein Leben

und er muss sein Bestes geben,

um dem Urvieh zu entkommen.

Er hat einen Baum erklommen,

den er vielleicht, irgendwann,

wieder bald verlassen kann,

wenn das Untier sich verzieht.

Solang der Urmensch aber flieht

und als urwüchsiger Mann,

der Chance halber, fliehen kann,

ist er, in dem Risiko,

in dem er immer wieder floh,

immerhin, in dem Bestreben,

zunächst weiterhin am leben.

 

Riskant ist all der Lebenswandel,

in dem ursprünglichen Handel,

solang der urmenschliche Mann

sehr sprunghaft reagieren kann

und sich mit einem Ursprung rettet.

Sind die Maßnahmen verkettet,

in der Kettenreaktion,

dann ahnt der Urmensch leider schon,

dass er, wenn er das nicht vergisst,

das schwächste Glied der Kette ist.

Das Risiko, das wird ihm klar,

ist ziemlich unberechenbar

und darum sucht er den Beweis,

im engeren Kollegenkreis,

dass die Gemeinschaft etwas nützt,

wenn er sich auf die Kumpels stützt.

In der Gemeinschaft ist er stärker.

Das Risiko ist noch viel ärger,

wenn er alleine spähen geht

und einsam in der Landschaft steht.

 

Das Risiko, bei wilden Tieren,

ist nur schwer zu kalkulieren,

weshalb er lieber drauf besteht,

dass er nicht ganz alleine geht,

angesichts von viel Gefahr.

Der Urmensch meint es sei wohl wahr,

dass Rückendeckung viel verhindert

und das Risiko vermindert.

Dann erkennt er irgendwie

die Überlebensstrategie,

denn er hat in sich entdeckt,

dass irgend etwas in ihm steckt,

mit dem ihm vielleicht mehr gelingt.

Die Idee, die manches bringt,

die macht ihn im Einfall gleich,

zu seinem Glück, erfindungsreich.

Nun kann der Urmensch viel erfinden

und Risiken mit unterbinden.

Das Risiko, in dem Gestalten,

kann er nun in Grenzen halten.

 

Das Risiko wird dadurch bloß

für die Natur dabei zu groß,

denn es bleibt danach nichts beim alten.

Es tut der Urmensch, im Verhalten,

das Risiko in den Recherchen,

wie er meint, mit List beherrschen.

Der Urmensch wird zum Risiko,

vor dem nunmehr ebenso

die ganze Fauna im Verdruss,

allmählich weiter weichen muss.

Im Ur Kult hat er einst begonnen,

die Kult Ur daraus gewonnen

und das Risiko vermindert,

was ihn aber nicht dran hindert,

der Natur nun sozusagen

das Risiko zu übertragen.

Diese war für ihn riskant.

Das hat er Risiko genannt.

Der Mensch ist letztlich nunmehr so

für die Natur ein Risiko.

H. Feisel

 

 

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Tuesday, 13. october 2009 2 13 /10 /Okt. /2009 17:42

Reingefallen.

 

Der Urmensch hat als Oberhaupt sich ein junges Weib geraubt,

das ihm in die Falle ging und zunächst nicht an ihm hing.

Er baute sich an diesem Fleck eine Grube zu dem Zweck,

kratzte sich ein tiefes Loch, aus dem er nur mit Mühe kroch,

mittels Stangen und Lianen und das lässt eine Falle ahnen.

Beim Selbstversuch gefiel das allen, denn er ist selber reingefallen.

 

Die Grube hat er dann getarnt und gut versteckt, was keinen warnt,

mit dünnen Ästen und mit Laub und dann macht er sich aus dem Staub.

Die Falle ist damit entdeckt und das was in der Falle steckt

bringt ihm erst das Weib im Leben und den Wohlstand noch daneben.

Sein erster Fang war nicht sehr gut, das Stinktier war nicht auf der Hut,

weshalb er, vor Gestank fast krank, lange wie ein Iltis stank.

 

Die Grube macht er schnell intakt und es folgt der nächste Akt

und er fängt zum Zeitvertreib versehendlich ein Kräuterweib.

Die ist alt und eingeknickt, weshalb er sie nach Hause schickt.

Drei junge Weibchen sieht er kommen. Die haben sich was vorgenommen,

sammeln Beeren, tun sich laben und tun nach den Knollen graben.

Eine verschwindet von den drei, mit einem lauten, grellen Schrei.

 

Die zwei anderen sind fort und flohen schnell von diesem Ort.

Die dritte die ist reingefallen. Das Urmenschweibchen zeigt die Krallen,

hat ihm in die Hand gebissen und sich von ihm losgerissen,

als er sie im Paarungsakt von hinten mit den Pranken packt.

Der Urmensch schnaubt und ist am toben. Die Paarung ist damit verschoben

und er hat sich umsonst geplagt, als er den Versuch beklagt.

 

Den Versuch hat er erneut wenig später nicht gescheut

und sie ist bei dem Bestreben schließlich willig und ergeben,

zumal ein Wildschwein, das er brachte, sie danach gefügig machte.

Wer gut versorgt ist der ist willig, der Lebensstandart ist nicht billig

und die Erfindung, die er machte, die den Wohlstand mit sich brachte,

hat das Weibchen überzeugt, das sich nicht mehr krümmt und beugt.

 

Reingefallen ist er später. Es kam ein junger Übeltäter,

im hohen Gras und in dem Dreh mit seinem Weib auf die Idee,

ihn mit der Grube, Laub und Stangen, tief in seinem Grab zu fangen.

Vergeblich war sein ganzes Flehen, man hat ihn niemals mehr gesehen

und das neue Oberhaupt hat das Weib von ihm geraubt.

Die beiden werden auch noch alt und beim nächsten Reinfall kalt.

 

H. Feisel

 

 

 

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Sunday, 20. september 2009 7 20 /09 /Sept. /2009 18:19

Oberhaupt / Urmenschliches.

 

Der Urmensch ist noch ungepflegt, als er sich langsam fortbewegt,

noch ohne Räder und Motor. Es kommt sich dabei wichtig vor

wer sich hauptsächlich wichtig macht. Wer Häuptling ist der gibt schon acht

dass ihm nicht, in dem Geschehen, die Weiber all verloren gehen,

denn Weiber werden gern geraubt. Weil der Häuptling gerne glaubt,

dass er ziemlich wichtig ist, ist er der, der das Beste frisst.

Schmatzend ist er dann indessen zuallererst sehr schnell am Fressen,

wo er große Stücke reißt und sich fest darin verbeißt.

Beißen tut er in das Futter. Es beißt auch oft die Schwiegermutter.

Die Schwiegermutter ist nicht zart, mit stacheligem Damenbart.

 

Die Schwiegermutter stichelt gern. Dem Oberhaupt dem liegt es fern,

sich mit derselben anzulegen, vor seinem großen Kindersegen.

Die Schwiegermutter sitzt im Sand und hat noch die Oberhand,

tut der Hauptmann dabei denken. Seine Schritte tut er lenken,

gezielt zu seiner Vorherrschaft. Doch das kostet ihn viel Kraft,

weshalb er Energie verbraucht. Am Lagerfeuer wo es raucht,

gewisserweise, sozusagen, tut die Schwiegermutter klagen,

wenn es dem Hauptmann nicht gelingt, dass er fette Beute bringt.

Das Oberhaupt, und das ist richtig, macht sich gern genügend wichtig,

vor der Gruppe der Genossen und hat die Vorherrschaft beschlossen.

 

Das Oberhaupt bringt eine Hippe, frisch erlegt zu seiner Sippe.

Die will er seiner Sippe schenken. An die Schwiegermutter denken

tut er auch als er so stöhnt. Das hat er sich angewöhnt,

das Stöhnen bei ein bisschen Schweiß. Gern spricht er von seinem Fleiß

und dazu, als Mann der Tat, gern vor dem Familienrat,

von seinem Kopf der alles lenkt und für die ganze Sippe denkt.

Häufig kriegt das Oberhaupt, seiner Würde ganz beraubt,

erfolglos, mit nur leeren Taschen, aus diesem Grund den Kopf gewaschen.

In der Wildnis, wo es staubt, wird man öfters auch beraubt.

Das Oberhaupt, im Bandenkrieg, träumt hin und wieder gern vom Sieg.

 

Es stiehlt das Oberhaupt im Nu sich eine neue Frau dazu,

denn die alte wird schon älter und zunehmend dabei noch kälter.

Die junge Neue ist noch heiß und betätigt sich mit Fleiß,

zu Diensten von dem Oberhaupt und ihr ist viel mehr erlaubt,

zurückgezogen, still und leise, in der intimen Handlungsweise.

Das Oberhaupt sinnt in dem Plan, im größeren Familienclan,

wie er vielleicht irgendwann die große Beute machen kann.

Er will keine Zeit verlieren und beginnt zu simulieren,

in umfangreicher Theorie. Der Vorgang ähnelt irgendwie

dem Bürokrat in seinem Rat, vor der praktikablen Tat.

H. Feisel

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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