Saturday, 8. may 2010 6 08 /05 /Mai /2010 09:30


1. Der Urmensch (der unterdrückte und noch rückständige).


Auf der alten Erde hier, 

gab's unter all dem Urgetier,

von all den Tieren ausgelesen,

ein ganz sonderbares Wesen.

Der Urzweibeiner, der noch kroch,

war zunächst sehr hilflos noch;

war auch zunächst noch leichte Beute,

was die Beutejäger freute.

Doch richtet sich im Lebenslauf,

das Wesen von dem Boden auf.

Sein Schicksal war zum Haare raufen.

Es tat sich allzu oft verlaufen;

der Fluchtweg blieb ihm oft verwehrt,

es war als Beute sehr begehrt.


Am Fluchtort war es, an der Stelle,

im laufen leider gar nicht schnelle. -

War auch im klettern, wie man weiß,

nicht wie die Affen, voller Fleiß

und konnt'' sich, darauf kann man wetten,

auch nicht durch große Sprünge retten.

Dem Ur - Urmenschen, ums Verrecken,

blieb nur die Chance im Verstecken.

 

Auch Hörner hat er nicht gekannt.

Er wurde sehr leicht überrannt.

Die Hörner setzt er im Verlauf,

sich später als Germane auf,

womit er damals, wies geschah,

erst wenig fortgeschritten war.


In ursprünglich verzwickter Zeit,

hat er auch kein Stachelkleid;

und kein Panzer und kein Schild,

als ihm die Attacke gilt.

Tat man ihn kräftig attackieren,

tat er den Daseinskampf verlieren.

Anfangs saß er recht ungesund,

noch arg gebeugt am tiefen Grund

und war verwandt mit vielen Affen;

doch tat das Klettern nicht so schaffen.

Er war mit Affen zwar verwandt,

jedoch als träg und faul bekannt.

Auch hängt der Urmensch bei der Rast

nicht gut geschützt an einem Ast.


Und große Hektik, die entsteht,

bekanntlich wenn's ums Leben geht.

 

Das bringt den Urmensch immerzu,

in seiner Faulheit um die Ruh.

Er blieb der Faulheit lange treu

und war zudem sehr wasserscheu.

Benutzte Wasser nur zum Trinken

und tat dementsprechend stinken.

Er war zu faul um sich zu baden,

auch viel zu faul für große Taten.

Im tiefen Dschungel taten Affen

misstrauisch auf den Menschen gaffen,

ließen im Konkurrenzkampf immerzu,

dem Bodenhocker keine Ruh.


Das tat dem Bodenhocker stinken

und er tat im Anseh'n sinken,

wodurch er auf die Affen flucht

und eine neue Bleibe sucht.

In manche Grotte flüchtet er,

versehentlich zum Höhlenbär,

was das Untier übel nahm,

wenn es in seine Höhle kam,

zum Winterschlaf, zu diesem Zweck,

mit einem dicken Winterspeck.

 

Geteiltes Bett war dem zu dumm.

Der Höhlenbär nahm das zu krumm;

und er zerriss an solchen Plätzen

die Urmenschpelze arg in Fetzen.


So taten sich die Höhlenbären

zunächst noch sehr erfolgreich wehren.

Es kam neben dem Höhlenbär,

ihm auch das Mammut in die Quer.

Das Mammut mit dem Riesenzahn,

zertrampelte den Urmenschclan

und trieb dieselben kreuz und quer,

wenn's rot sah, lange vor sich her.

Man war den Tieren, die sich regen,

zunächst ziemlich unterlegen,

war nicht so flink und so behände,

mit Ausdauer sehr schnell am Ende.

Man konnt'' sich unter all den Tieren

zunächst gar nicht profilieren.


Man war hilflos, steif in Flucht,

verkroch sich in der Felsenschlucht,

hatte miteinander Krach,

war ohne Werkzeug viel zu schwach.

 

Und das Leben war erbärmlich

und ohne Fortschritt viel zu ärmlich.

Man war in Wildnis, an der Stätte,

lange schwächstes Glied der Kette.

Darum half dann in der Stirn

ihnen langsam das Gehirn.

Mit dem Gehirn kam das Geschick

und mancher raffinierte Trick.


Hch. Feisel (1990)



 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Saturday, 1. may 2010 6 01 /05 /Mai /2010 08:51

 

Urmaß.

 

Der Urmensch sorgt für seinen Bauch.

Für Kinder sorgt der Urmensch auch,

vorwiegend im Monat Mai.

Dann ist der Winter ganz vorbei

und Eis und Schnee ist weggetaut.

Der Urmensch hat sich nun getraut

und er traut sich immerzu

jedes Jahr das gleiche zu.

Der Mai ist mild, er ist bereit,

und hat wie jedes Jahr gefreit,

damit im nächsten Jahr, ganz prompt,

der Nachwuchs in dem Frühjahr kommt.

 

Der Nachwuchs, das wird hierbei klar,

kommt zustande Jahr für Jahr.

Dem Urmensch ist davor nicht bang.

Sein ganzes Liebes Leben lang

ist er, manchmal schon verfrüht,

um seinen Nachwuchs sehr bemüht.

Er bemüht sich in dem Fache,

ist mit Vergnügen bei der Sache

und produziert in diesem Maß

den Letzten, den er fast vergaß,

in seinem wohl vertrauten Bau,

im hohen Alter, alt und grau.

 

Er ist gelaufen und gesprungen.

Das Zählen ist ihm nicht gelungen.

Zwar tat er manche Nummer wählen,

doch bis drei kann er nicht zählen,

weshalb drei Weiber auch nicht reichen

um den Nachwuchs auszugleichen,

in einer Zahl, die er nicht kennt,

die er einfach Menge nennt,

die er wenig überschaut.

Mit Mengenlehre schlecht vertraut,

schließt er im Bau, in großer Enge,

einfach halber auf die Menge.

 

Je mehr die Sippe, klein zunächst,

mengenmäßig weiter wächst,

um so, ja man glaubt es kaum,

wärmer wird es in dem Raum,

und man macht sich seinen Reim

auf das Urzeiteigenheim,

in dem das Schema funktioniert,

wo keiner mehr im Frost erfriert.

Im harten Winter, in der Qual,

überlebt die große Zahl,

die sich in die Grotte zwängt

und dicht an dicht zusammen drängt.

 

Im Frost hat Sex nicht mehr gereizt,

da denkt man nur an das was heizt,

wie man den Winter übersteht

und ob der bald zu Ende geht

und ob der Mai bald wiederkehrt,

den man als Höhepunkt verehrt.

Nur gut dass man im großen Maß

im Winter in der Höhle saß,

denn die, die keine Bleibe haben

die sind gefressen von den Raben

und mancher war halt eben drum

zum Überleben viel zu dumm.

 

Der Schlaue, an der Feuerstelle,

hüllt sich ein in Pelz und Felle

und tat in solcherlei Bestreben

den schlimmsten Winter überleben.

Der Dumme weiß sich keinen Rat

und endet kläglich in der Tat;

und einer ist in dieser Welt

vielleicht allein auf sich gestellt

und überlegt schon irgendwie

die Überlebensstrategie,

in der er einfallsreich bestrebt

ganz alleine überlebt.

 

H. Feisel

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Monday, 19. april 2010 1 19 /04 /Apr. /2010 08:54

Urlicht / Urmenschliches.

 

Der Urmensch blickt im Lebenslauf

manchmal zu dem Himmel auf,

wo er manche Lichter sieht.

Wenn die Sonne sich verzieht,

dann wird es jeweils immer Nacht.

Nun gibt er auf die Lichter acht

die am schwarzen Himmel glänzen

und der Mond tut die ergänzen,

damit er möglichst noch was sieht,

wenn was in der Nacht geschieht.

Mutig ist der Urmenschmann,

weil immer was geschehen kann,

das er bei Dunkelheit schlecht sieht,

weil er auch nicht gerne flieht,

über Stock und über Stein,

denn dann bricht er leicht ein Bein.

 

Er muss sich dabei eingestehen,

manches Tier kann besser sehen,

das in der Dunkelheit vielleicht

dicht heran ans Lager schleicht

und, wenn es passt, den Menschen greift

und dann in die Büsche schleift.

Darum braucht er, aus der Sicht,

nach Möglichkeit noch etwas Licht,

damit ihm eine Chance bleibt,

dass er so ein Tier vertreibt,

im Verein mit seiner Sippe.

Man stößt oft auf ein Gerippe,

nicht immer bloß von einem Tier.

Auch urmenschliche Wesen hier,

werden leicht dabei gefressen.

Das darf der Urmensch nie vergessen.

 

Als Beute dient er lieber nicht.

Darum braucht er nachts das Licht,

das ihm jedoch nicht immer scheint

. Er hat wohl zu Recht gemeint,

das Feuer müsste ihm wohl nützen.

Das kann ihn vor viel Unheil schützen,

das ihm in der Gegend droht,

denn die Natur ist oft verroht,

im Naturgesetz auf Erden,

beim Fressen und Gefressen werden.

Der Urmensch hat, oft in der Nacht,

viel darüber nachgedacht,

wie er mehr Sicherheit gewinnt,

während ihm die Zeit zerrinnt.

Er will nicht noch mehr Zeit verdösen

und das Problem das will er lösen.

 

Das Denken kostet ihn viel Kraft,

wie er sich das Licht beschafft,

vielleicht mit Hilfe von dem Feuer.

Das nützt ihm bei dem Abenteuer,

in der Welt, in dem Bestreben,

irgendwie zu überleben,

wie er im Gedanken meint,

weil es nachts am Lager scheint,

als ob das Tier das Feuer meidet.

Damit er nicht mehr angstvoll leidet,

in der tiefen dunklen Nacht,

hat er das Feuer angebracht,

von irgend einem nahen Brand,

in dem oft verkohlten Land.

Er bläst am Funken von dem Scheit

und das brennt nach kurzer Zeit.

 

Er sieht in dem Experiment,

dass das Feuer hilfreich brennt,

wenn er das, als kluger Mann,

besser kontrollieren kann

und er hat in der Nacht dazu

endlich vor dem Untier Ruh.

Der Versuch lässt sich begründen.

Das Feuer muss er nur noch zünden

und wie das zu zünden geht,

wie der Zündfunke neu entsteht,

das muss er irgendwann entdecken

und sein Denken muss bezwecken,

dass irgendwann, vielleicht ganz prompt,

die Idee zum Zündeln kommt.

Dann hat der Urmensch, in der Sicht,

Ruhe, Sicherheit und Licht.

H. Feisel

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Sunday, 11. april 2010 7 11 /04 /Apr. /2010 09:21

 

Urlaub?

 

Unter dem Urlaub an den Bäumen 

tut der Urmensch einstmals träumen,

in der Urzeit als er lebt

und irgendwie nach vorwärts strebt,

insgesamt in seinem Leben,

seinem Horizont entgegen.

Er will, vereint mit Seinesgleichen,

den fernen Horizont erreichen,

irgendwann einmal vielleicht,

obwohl der ständig vor ihm weicht.

Im Urlaub kann er sich verstecken,

dann kann ihn keiner leicht entdecken.

Der Urmensch leidet auf der Flucht

an dem Untier seiner Sucht,

das in der Fresssucht nichts verschmäht

und auch zu dem Urmensch späht.

Der Urmensch will nicht gern verrecken.

Im Urlaub kann er sich verstecken,

mitunter auch vor seinem Boss.

Er klammert sich ans Wurfgeschoss.

 

Das ist so etwas wie die Lanze.

Damit geht er oft aufs Ganze

und sein Kumpel ebenso.

Erheblich ist das Risiko

und an mancherlei von Plätzen

nur sehr schwierig einzuschätzen,

wo ihm die Gefährdung droht.

Manches Urtier ist verroht

und geht aus diesem Grunde, drum,

nicht zimperlich mit solchen um,

die sich hinter seinem Rücken

in dem Dickicht still verdrücken.

Der Urmensch der ist, ohne Frage,

nicht immer dazu in der Lage

im Alltag etwas zu erreichen.

Am Arbeitstag muss er viel schleichen

und sein Job ist in der Art

ziemlich mühsam und sehr hart.

Mühselig geht es im Nu

immer wieder heftig zu.

 

Der Urmensch, als ein Mann vom Fache,

geht häufig im Beruf zur Sache,

wenn er das Urvieh jagen soll

und nicht selten, unter Groll,

Gejagter von dem Untier ist,

das ihn, zum Trotz von seiner List,

im erzürnten Übermut,

in die Büsche jagen tut.

Die Wildnis ruft, der Magen knurrt,

und auch das Weib am Feuer murrt,

und der Urmensch ist berufen,

hinter Klauen, Tatzen, Hufen

mit Anstrengung, in diesem Zeichen,

heimlich hinterher zu schleichen.

Die Selbstbedienung ist kein Raub.

Er tarnt den Kopf mit grünem Laub

und schleicht sich, so gut er kann,

mit Erfolg so dann und wann,

dem entsprechend in die Nähe

und verscheucht vielleicht die Krähe.

 

Wenn die Krähe lauthals krächzt

und der Urmensch schwitzend ächzt,

wenn ihm wieder einmal prompt

ein Stück Fleisch abhanden kommt,

dann führt dieser Schicksalsschlag

zum erneuten Arbeitstag,

bis ihm noch etwas gelingt,

wenn er etwas heimwärts bringt.

Abgekämpft kommt er nach Hause

und dann macht er eine Pause,

auf irgend einer Art von Matten

unterm Urlaub in dem Schatten.

Das Urlaub an dem dichten Baum

spendet Schatten in dem Raum

wo der Urmensch dösend still

sich einmal erholen will,

nach der im Stress geplagten Mühe,

manchmal schon in aller Frühe.

Der Urmensch tut somit bekennen

die Faulheit kann er „Urlaub“ nennen.

H. Feisel

 

 

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Sunday, 4. april 2010 7 04 /04 /Apr. /2010 14:48

 

Ur-Kult.

Den Knochen den der Forscher fand, hielt schon der Urmensch in der Hand,

der hat den Ur-Urmenschenknochen schon betrachtet und berochen.

Er hat den Knochen wohl gefunden,  in einer Höhle, sehr weit unten,

in die er immer tiefer strebte,  wo er im Winter überlebte,

was schon der ferne Ahne tat,  im gleichen Sinn, im gleichen Rat,

bevor ein Urmensch, irgendwann,  kraftlos nicht mehr klettern kann.


Das Schicksal ist sehr schnell entschieden.  Die Grotte hat das Grab zu bieten.

Die Urmenschsippe schreitet fort,  wer bleiben muss der endet dort.Ein Knochen, der sich wieder fand,  irgendwann, versteckt im Sand,

neben einem Keil aus Stein, scheint darum nicht normal zu sein,

zumal der Knochen, das wird klar, noch bei der letzten Zeichnung war,

die sich an der Felsenwand gegenüber schräg befand.

Der Urmensch kroch auf allen Vieren, zeichnete an seinen Tieren,

die Beutejagd die er vollbrachte, die ihm sein Leben möglich machte.

Er zeichnete auch Menschenleiber, vor allem gerne pralle Weiber,

bevor er, ohne sein Gebiss, in den sauren Apfel biss,

als Grabbeigabe in der Tat, an dem er schwer zu beißen hat.

Die Henkermahlzeit, wie man weiß, die hat auch stets ihren Preis.

Der alte Knochen davon bleibt, der das Drama noch beschreibt.

Der wird als Heiligtum vermehrt schon vom Urmenschen verehrt.

Der Knochen wird recht gut verstaut und alltäglich angeschaut.

Der alte Knochen soll sich laben an so genannten Opfergaben

und bringt dafür im Gegenzug statt Sicherheit den Selbstbetrug,

den kannte man auch früher schon, im Urkult dieser Tradition.

Der Knochen baumelt in dem Wind, zeigt nach Nord und Süd geschwind

und dreht sich rege auf dem Posten mal nach Westen, mal nach Osten.

Der Urmensch hat sich ausgebreitet, weil er nach Nord und Süden schreitet,

schreitet nach Osten und am besten, dabei auch in Richtung Westen.

Das Knochenspiel wird weltbekannt und als Orakel umbenannt, das die Menschen Schein - Bar kennen, die wild durcheinander rennen.

Der Ur - Kult wird zu der Kult - Ur, das Schein - Bare zum Bar - Schein pur.

Die Ur-Menschen in der Natur erfinden ihre Menschen - Uhr,

die den Menschen ständig treibt und immer nur am Ticken bleibt;

und der Zeiger der Sekunden dreht wie besessen seine Runden.

Die Se-Kunde, die vergeht, zeigt dass Seh-Kunde auch besteht.

Der Mensch der wirklich logisch sieht, hat erkundet was geschieht.

H. Feisel

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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