Samstag, 10. januar 2009 6 10 /01 /2009 17:50


3. Der Urmensch

(Gewohnheit und Sexualverhalten in der Ur - Menschensippe).


Der Urmensch hat bald überall, erblich bedingten Haarausfall. Sei es dass er die Haare raufte, oder Pelz als Luxus kaufte; sei's dass die Sonne ihn verbrannte, wenn er keinen Schatten kannte. Er hat den Tierpelz sich geliehen, wodurch die Tiere vor ihm fliehen. Der Urmensch, als das Meisterstück, brachte keinen Pelz zurück, weshalb die Tierwelt, die beraubte, ans eigne Wohl nicht lange glaubte. Er bringt die Viecher nun auf Trab und zieht dem Vieh die Felle ab. Er wickelt sich in deren Felle und überlebt dank Feuerstelle; schmückt sich mit Zähnen und mit Knochen und hat sich mit dem Wolf berochen. Und mit dem Wolf schließt er den Bund und macht den Wolf zu seinem Hund. Die können nun bezüglich Magen, gemeinsam miteinander jagen.


Er hantiert mit Speer und Keulen und tut mit den Wölfen heulen. Der Urmensch spricht mit vollem Mund, zu seinem Bello, seinem Hund. Er ist um seinen Hund besorgt und hat das Tier nicht gern verborgt. Tut lieber altes Weib verschenken und dabei an die Neue denken. Ein neues Weib ist schnell geraubt, vom urmenschlichen Oberhaupt und genau so schnell gezähmt; in Rückenlage wie gelähmt. Doch ein zahmer Wolf ist selten. Der kann fette Beute melden. Auch ist der Urmensch bald ein Treiber. Er jagt und sammelt viele Weiber, ist während er den Sex bestreitet, insofern wenig zart besaitet. Er macht kein langes Federlesen und zärtlich ist er nie gewesen.

 

Weiber kriegt er viel zu fassen, die müssen alle Federn lassen. Die treibt er vor sich in die Enge, die ähneln nach dem Handgemenge, tief geknickt am Boden nun, meistens dem gerupften Huhn. Für Zärtlichkeit ist in der Tat, ein Urmensch viel zu rabiat und ist in dem Spiel allgemein, nicht sensibel und nicht fein. Der Urmensch folgt in Sex und Liebe, dem urtümlichsten aller Triebe. Der Urmensch hat nie lang gefackelt, wenn eine

mit dem Hintern wackelt. Er stürzte sich aufs Lustobjekt und hat viel Frust damit bezweckt. Er hüpfte, wo es sich empfohl, spontan und aufs Geratewohl. Der wahllos wilde Kindersegen, tat die Gemüter kaum erregen. Der Durchblick tat sich schnell verlieren. Man tat sie kaum einmal sortieren. Man tat auch über viel Allüren, nicht ansatzweise Bücher führen.


Auch biss er sich mit seinem Weibe, im Unterschlupf, in ihrer Bleibe. Sein altes Weib blieb unter Zwängen und ließ sich ungern dort verdrängen, tat häufig knurren und laut kreischen und tat keinen Zollbreit weichen. Die Alte lag ihm schwer im Magen, die ließ sich nur sehr schwer ertragen. Die Junge, die er lieber hat, die ist er noch lang nicht satt. Die Alte ist nur schwer verdaulich, die Junge aber mehr erbaulich. Die Alte protestiert sehr laut, gegen seine neue Braut. Doch der Protest, der häufig stört, wird wenn möglich überhört. Der Urmensch an der Feuerstelle, kriecht mit der Jungen unters Felle. Zog sich das Fell über die Ohren, hat in der Weise nicht gefroren. Die Alte, hofft er, wird sehr bald, ganz von selber steif und kalt.

 

Der Urmensch fraß auch Seinesgleichen, doch nicht die alten Weiberleichen. Der Feind von fremden Menschensippen, war delikat bis auf die Rippen, war Festtagsschmaus und als Menü, Hauptbestandteil in der Brüh. Ein junger Urmensch tat stets schmecken. Der Menschenfresser tat sich lecken. Ein alter Feind hat zäh gerochen und bestand aus Haut und Knochen. Den fraß man ohne Futterneid, als Schmalkost in der Fastenzeit. Der Wolfshund hat dabei die Knochen, lang beschnuppert und berochen. So hat der Urmensch auch indessen, im wesentlichen ausgefressen, was ihm die Natur einbrockte, solange er am Boden hockte.

 


Heinrich Feisel






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Sonntag, 4. januar 2009 7 04 /01 /2009 11:13


 


Der Urmensch.

 

2. Beschreibung des Urmenschen in seinen Ei-gen-schafften (was Ei und Gen schafften).


Der Urmensch ging im allgemeinen, auf kurzen und sehr krummen Beinen und hatte anfangs im Geschehen, recht viel Mühe mit dem Gehen. Der Urmensch brauchte nie Perücken, war dicht behaart auf Brust und Rücken. Sah aus wie Teufel, "Gott vergelts," mit langem und sehr dichtem Pelz. War ohne Kleidung noch nicht nackt, war im Pelzkleid sehr intakt. Der Urmensch, lässt sich noch erwähnen, mahlt wie ein Rindvieh mit den Zähnen. Schob in sein Maul, mit großen Tatzen und war am Würgen und am Schmatzen. Er tat in große Stücke reißen und große Brocken davon beißen.

Der Urmensch mit der Löwenmähne hat ein mächtiges Gebiss. Doch hat er keine dritten Zähne und am Kauwerkzeug Verschliss.

 

Die Zähne taten all verschleißen, durch das viele Knochen beißen. Die Krallen blieben ungestutzt. Das Fell war selten mal geputzt.

Die Zähne tat man, wie bei Wutzen, leider ganz und gar nicht putzen. Das Wasser tat der Urmensch meiden, tat wasserscheu darunter leiden. Wenn alter Urmensch nicht mehr kaut, dann hat er meistens abgebaut. Dann tat er seinen Geist aufgeben, angesichts vom tristen Leben. Dann holt er in der dunklen Gruft ein letztes Mal noch ganz tief Luft. Der Urmensch tappelt unverhohlen, ohne Schuh und ohne Sohlen, lief unter Fußgeruch und

Schweiß, sich seine großen Füße heiß; hatte schon im alten Brauch, Platt- und Spreizfuß häufig auch.


Das Langhaar war schon zu der Zeit, die liebe werte Weiblichkeit. Die hatten stets die längsten Mähnen und hatten Haare auf den Zähnen. Die Weiber hatten schlimme Tatzen und taten kreischen, fauchen, kratzen. Die ließen sich kaum unterkriegen, sich kaum zähmen, kaum besiegen, außer in der Paarungszeit. Im heißen Pelz war sie bereit, unterwürfig und von Willen; und ließ sich ihr Bedürfnis stillen.


Heinrich Feisel




von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Donnerstag, 1. januar 2009 4 01 /01 /2009 15:00

1. Der Urmensch (der unterdrückte und noch rückständige).


Auf der alten Erde hier, gab's unter all dem Urgetier, von all den Tieren ausgelesen, ein ganz sonderbares Wesen. Der Urzweibeiner, der noch kroch, war zunächst sehr hilflos noch; war auch zunächst noch leichte Beute, was die Beutejäger freute. Doch richtet sich im Lebenslauf, das Wesen von dem Boden auf. Sein Schicksal war zum Haare raufen. Es tat sich allzu oft verlaufen; der Fluchtweg blieb ihm oft verwehrt, es war als Beute sehr begehrt. Am Fluchtort war es, an der Stelle, im laufen leider gar nicht schnelle. - War auch im klettern, wie man weiß, nicht wie die Affen, voller Fleiß und konnt'' sich, darauf kann man wetten, auch nicht durch große Sprünge retten. Dem Ur - Urmenschen, ums Verrecken, blieb nur die Chance im Verstecken.

 

Auch Hörner hat er nicht gekannt. Er wurde sehr leicht überrannt. Die Hörner setzt er im Verlauf, sich später als Germane auf, womit er damals, wies geschah, erst wenig fortgeschritten war. In ursprünglich verzwickter Zeit, hat er auch kein Stachelkleid; und kein Panzer und kein Schild, als ihm die Attacke gilt. Tat man ihn kräftig attackieren, tat er den Daseinskampf verlieren. Anfangs saß er recht ungesund, noch arg gebeugt am tiefen Grund und war verwandt mit vielen Affen; doch tat das Klettern nicht so schaffen. Er war mit Affen zwar verwandt, jedoch als träg und faul bekannt. Auch hängt der Urmensch bei der Rast nicht gut geschützt an einem Ast. Und große Hektik, die entsteht, bekanntlich wenn's ums Leben geht.

 

Das bringt den Urmensch immerzu, in seiner Faulheit um die Ruh. Er blieb der Faulheit lange treu und war zudem sehr wasserscheu. Benutzte Wasser nur zum Trinken und tat dementsprechend stinken. Er war zu faul um sich zu baden, auch viel zu faul für große Taten. Im tiefen Dschungel taten Affen misstrauisch auf den Menschen gaffen, ließen im Konkurrenzkampf immerzu, dem Bodenhocker keine Ruh. Das tat dem Bodenhocker stinken und er tat im Anseh'n sinken, wodurch er auf die Affen flucht und eine neue Bleibe sucht. In manche Grotte flüchtet er, versehentlich zum Höhlenbär, was das Untier übel nahm, wenn es in seine Höhle kam, zum Winterschlaf, zu diesem Zweck, mit einem dicken Winterspeck.

 

Geteiltes Bett war dem zu dumm. Der Höhlenbär nahm das zu krumm; und er zerriss an solchen Plätzen die Urmenschpelze arg in Fetzen. So taten sich die Höhlenbären zunächst noch sehr erfolgreich wehren. Es kam neben dem Höhlenbär, ihm auch das Mammut in die Quer. Das Mammut mit dem Riesenzahn, zertrampelte den Urmenschclan und trieb dieselben kreuz und quer, wenn's rot sah, lange vor sich her. Man war den Tieren, die sich regen, zunächst ziemlich unterlegen, war nicht so flink und so behände, mit Ausdauer sehr schnell am Ende. Man konnt'' sich unter all den Tieren zunächst gar nicht profilieren. Man war hilflos, steif in Flucht, verkroch sich in der Felsenschlucht, hatte miteinander Krach, war ohne Werkzeug viel zu schwach.


Und das Leben war erbärmlich und ohne Fortschritt viel zu ärmlich. Man war in Wildnis, an der Stätte, lange schwächstes Glied der Kette. Darum half dann in der Stirn ihnen langsam das Gehirn. Mit dem Gehirn kam das Geschick und mancher raffinierte Trick.


Hch. Feisel (1990)




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