Sunday, 8. march 2009 7 08 /03 /März /2009 09:33

Der Funke.


Der Urmensch bläst, in sich versunken, an seinem kleinen Hoffnungsfunken,

der hoffentlich recht bald gelingt und als Funken überspringt,

in einer kalten, dunklen Nacht, die ihm schwer zu schaffen macht.

Der Urmensch sucht kein Abenteuer; er träumt nur noch von seinem Feuer,

das er nicht sehr gern vermisst, denn er weiß was Wärme ist.

Diese Wärme darf nicht fehlen, sein Feuer lässt er sich nicht stehlen.


Die kalte Nacht kommt schon recht früh. Der Urmensch gibt sich alle Müh,

hantiert mit Stein, mit Holz und Moos und seine Mühe ist recht groß.

Sein Streichholz ist der letzte Schrei. Das hat der Urmensch stets dabei,

damit hantiert er vorm Gesicht, doch Schwefel hat der Urmensch nicht,

weshalb er sich in mancher Nacht mit seinem Werkzeug Mühe macht.

Sein Weib schaut zu und ist am gaffen und wünscht ihm dabei gutes Schaffen.


Kalte Hände kriegt er nicht. Die kalte Nase im Gesicht,

hält er im ursprünglichen Charme später an dem Feuer warm,

denn schließlich ist es bald geschafft, wenn man das Holz zusammen rafft,

wenn die Technik dabei stimmt und der Funke langsam glimmt.

Der Sinn im Menschen darf indessen diese Handlung nie vergessen,

sonst wird der Urmensch steif und kalt und tiefgefroren auch nicht alt.


Sein Feuer geht ihm immerhin niemals wieder aus dem Sinn.

Sein Werkzeug, dem er fest vertraut, das hat er sinnvoll gut verstaut.

Kommt ihm dieser Sinn abhanden, dann hat er keinen Sinn verstanden,

dann entgleitet der Verstand ihm wie sein Werkzeug aus der Hand,

denn ohne Feuer lebt er hier nicht viel besser als ein Tier.

Das warme Feuer, das er mag, verlängert ihm sogar den Tag,

ist zwar nicht so hell wie die Sonne, doch trotzdem eine wahre Wonne.


Das Feuer tut den Raum erhitzen. So kann er noch recht lange sitzen;

und während er so hocken bleibt und sich seine Zeit vertreibt,

kommen ihm, bedingt in Schranken, hin und wieder die Gedanken,

zwar von sehr einfacher Natur, doch entsprungen aus dem „Ur“.

Die Idee tut er verkünden und den „Ur – Kult“ mit begründen,

in dem es ihn zum Kreise zieht, der um das Feuer rum geschieht.


Noch heute schwärmt man von „Kult – Ur“, von zweckgebundener Nat – „Ur“,

im Zustand Ur, wo man verkündet, dass die Naht die Welt verbindet,

mit dem Faden, den man nennt, wenn man den Sinn der Handlung kennt.

Die Naht verbindet wohl zwei Stücke und schafft im Sinn damit die Brücke.

Zwei Teile sind nur dann vereint, wenn man eine Einheit meint.


H. Feisel

 




von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Monday, 2. march 2009 1 02 /03 /März /2009 08:55

Beißerei/ Urmenschliches.


Der Urmensch hat sich im gewissen mit der Gegnerschaft gebissen

und ist auch heute noch allzeit zu der Beißerei bereit,

in Konflikten die er nennt, obgleich er Paragraphen kennt.

Eines das ist ganz gewiss: auch heute zeigt noch mancher Biss

und sei es mit der Schreiberei. Mit viel Biss zitiert dabei

wer sich insgeheim und still wieder einmal beißen will,

in der hohen Politik, im entsprechend starren Blick.

Der Urmensch mit der Löwenmähne fletscht bei der Beißerei die Zähne,

in dem Stadium der Natur. Heute wirkt der Urmensch nur

sehr gepflegt und sehr adrett und ganz vornehm und sehr nett.


Er stinkt nicht mehr ganz ungeniert, ist geschoren und rasiert,

ist täglich rund herum gewaschen, schleppt lieber gerne Aktentaschen

als ein Sack aus grobem Fell und er meint er sei ganz hell,

nach der ahnungslosen Zeit der relativen Dunkelheit.

Der Urmensch ist an dieser Stelle nun der Intellektuelle,

der seiner Bildung ganz vertraut und in die weite Ferne schaut

und über seinen Horizont. Er überfliegt damit die Front

die er vorne vor sich sieht. Die Schwerkraft die nach unten zieht

verleiht ihm aber, aus der Sicht, insgesamt noch mehr Gewicht

und der Urmensch, das ist richtig, fühlt sich insgeheim sehr wichtig.


Weil er sich sehr wichtig fühlt und in seinen Akten wühlt

schafft er immer neue Fakten im Vermerk von seinen Akten

und er muss sich kräftig beißen um sich selber zu beweisen

wie wichtig er im Leben ist. Er erfindet manche List

die ihm, wie er häufig meint, vorteilhaft zu werden scheint.

Er beißt sich daher mit Geschick, mittels manchem faulen Trick,

und zum Faustkampf viel zu faul verwendet er sein großes Maul,

aus dem er freilich nicht mehr stinkt, es sei denn dass er Hartes trinkt.

Der Urmensch geht nun sozusagen sehr gepflegt mit Schlips und Kragen

ohne arg verfilzte Mähne und geputzt sind seine Zähne.


Dem Urmensch dem sind einst vor allen die zweiten Zähne rausgefallen,

wobei er sicher, irgendwann, als alter Kerl nicht beißen kann.

Heute tut es in dem Leben längst die dritten Zähne geben

die optisch weiterhin gefallen und der Urmensch muss nicht lallen,

bedingt durch eine große Lücke, denn er hat nun eine Brücke.

Eines das ist nun gewiss: der Urmensch trägt nun ein Gebiss

das er weiterhin verwendet bis die Beißkraft einmal endet,

wenn er doch einmal, am Schluss, in seiner Krise schwächeln muss.

Der Lebensfaden ist gerissen. Er hat sich dann nicht mehr gebissen,

wenn der Mechanismus still ihm den Dienst versagen will.

H. Feisel


 



von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Mensch
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Saturday, 14. february 2009 6 14 /02 /Feb. /2009 09:01

Aggregat.


Die Urzeit ist schon lang zerronnen. Der Fortschritt der hat einst begonnen

und der Urmensch nahm ein Bad und erfand als Mensch das Rad,

das ihm, dieses wurde klar, im Fortschritt eine Hilfe war.

Er musste nicht mehr mühsam schreitet und ließ sich von dem Rad begleiten,

auf dem er dann das Fahren lernte, als er sich mobil entfernte,

von seiner Zuflucht, seinem Heim, so erzählt es dieser Reim.

Der Urmensch hat noch sehr gestunken und hat beim Wasser abgewunken,

das sollte keinen überraschen, denn Affen tun sich auch nicht waschen.


Mit Feuer konnte er sich schützen und Speer und Keule tat er nützen,

doch Wasser kam ihm auf den Wegen meistens sicher ungelegen.

Er hielt nicht viel von einem Bad und wusste nichts von einem Rad.

Das Stinken hat ihn nicht geniert und der Fortschritt hat stagniert.

Der Feind der rückt ihm auf die Pelle und er trat lange auf der Stelle.

Dann ist er sicher unbestritten plötzlich schneller fortgeschritten,

als der Urmensch der Natur, zu dem Menschen der Kultur

und das schafft er mit dem Rad. Zudem nimmt er nun sein Bad.


Daher hat er in dem Maße schließlich eine feine Nase,

weil das Weib und auch der Mann den alten Muff nicht riechen kann.

Mit dem Rad an seinem Ort schreitet dieser Mensch nun fort,

ohne dass er, so der Schluss, auf den Beinen schreiten muss.

Er sitzt ganz stolz im Ochsenkarren, bewegt sich und kann doch verharren

und er bewegt sich mit der Zeit vielmehr in Bequemlichkeit.

Nur die Ochsen treibt er dort vor sich ziehend weiter fort,

oder Esel sozusagen Vorwärts treibend vor dem Wagen.


Er lässt sich ziehen von den Tieren. Im Sitzen kann er simulieren

und er hat weiter überlegt, als er sich so fort bewegt

und tut am Mechanismus sinnen, denn er will noch mehr Zeit gewinnen.

Er bastelt danach, in der Tat, bald am ersten Apparat

und konzentriert, mit ernster Miene, schließlich auch an der Maschine.

Das Rad läuft danach viel rasanter und er ist dadurch viel gewandter

als im Umgang mit dem Vieh, das störrisch war und bockt und schrie.

Dann kommt es, in dem klugen Rat, mehr und mehr zum Aggregat.


Das Aggregat das schreitet dort zum Mechanismus weiter fort,

was manchmal schon gigantisch ist und der Mensch wird zum Statist

und spielt schon längst nicht mehr die volle-, sondern nur die Nebenrolle.

Die Tiere taten einst die vielen Nebenrollen früher spielen

und waren, das ist wohl bekannt, beim frühen Fortschritt vorgespannt,

vor den Karren, zu dem Zweck und zogen den von seinem Fleck.

Nun ist der Mensch, fasst wie gebannt, bei dem Fortschritt eingespannt,

in die Karriere, die geschieht, weil er den Fortschritt nach sich zieht.


Mancher muss sich in dem Wühlen daher wie ein Esel fühlen!“ H. Feisel





von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Mensch
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Sunday, 8. february 2009 7 08 /02 /Feb. /2009 11:59

Urmenschen.


Der Urmensch bückt sich und geht krumm und ist am Anfang noch recht dumm

und sein Weib ist keine Zarte. Er kaut und kaut an mancher Schwarte,

beißt sich durch und nagt an Wurzeln und Früchten die von Bäumen purzeln.

Er ernährt sich schlecht und recht und das weibliche Geschlecht,

muss noch nicht am Kochtopf stehen und noch keinen Löffel drehen.

Das Urmenschweib steht seinen Mann, so weit und so gut wie sie kann

und tut dabei, so gesehen, auf die Manneskraft bestehen,

wenn der sich quält und hüpft und springt, bis der Lohn der Müh gelingt.


Der Nachwuchs schreitet an dem Ort immer wieder langsam fort

und wird mühsam miternährt. Es wird gut was lange währt,

wie man sichtlich sehen kann. Die Sippe wächst von Mann zu Mann

und manches Weibchen wird bald eitel und hantiert an ihrem Scheitel

und streicht die Haare vom Gesicht, wenn sie stammelnd Laute spricht

und bemüht sich schon beizeiten sexy weiter fort zu schreiten.

Sie tut sich in den Hüften wiegen und dadurch laufend Kinder kriegen,

denn sie wackelt ebenso mit dem urweiblichen Po.


Den Po hat man noch nicht versteckt, der war noch nicht vom Tuch bedeckt

und die Freikörperkultur hatte den Beginn im Ur.

Die Proportionen dieser Zeit, der urweltlichen Weiblichkeit,

in den idealen Maßen, welche Weiber einst besaßen,

waren breit und ausgedehnt und noch nicht in der Form ersehnt,

wie man die Maße heut begehrt und in dem Verhältnis ehrt,

von Oberweite, Taille, Hüfte. Auch kannte man noch keine Düfte

und Parfüm und Deorant, waren ziemlich unbekannt.


Dessous die waren völlig fremd. Krawatten auch und auch das Hemd,

hat der Urmensch sozusagen nicht in seiner Welt getragen.

Den Sex den hat man ungeniert nach Belieben praktiziert,

doch es war in diesem Schema die Verhütung längst kein Thema.

Bevölkert war das Land der Wahl nicht in der immensen Zahl,

man war noch nicht derart gesonnen. Den Überlebenskampf gewonnen,

hat wer, von Weibern animiert, ständig Kinder produziert

und man verdrängt den großen Frust durch ständig immer neue Lust.


Bei Menschen die sich lustvoll lieben ist jedoch der Frust geblieben.

Nach ein paar tristen Ehejahren fühlt sich mancher überfahren.

In der Gewohnheit von dem Sex wird manches Pärchen ganz relax.

H. Feisel





von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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Sunday, 1. february 2009 7 01 /02 /Feb. /2009 17:00


6. Der Urmensch I seine Verbreitung.


Der Lebensraum war noch nicht knapp. Der Urmensch wandert und macht schlapp; lässt sich beim wandern immer wieder, irgendwo auf Erden nieder. Stößt Sommertags nach Norden vor, wo er im Winter fast erfror. Tat sich im Norden arg verlaufen und tat sich seine Haare raufen.

Es taten sich die schwarzen Helden, an dem Klima leicht erkälten. Sie taten frösteln, frieren, zittern; und ohne dicken Pelz verbittern. Im tiefsten Winter war es Grass, da war der schwarze Urmensch blass; und seine Haut wurde sogleich, im Lauf der Jahre ziemlich bleich.


Am Anfang in dem heißen Land, hat ihn die Sonne schwarz gebrannt. Daraus entstanden immer reger, Mohren als so genannte Neger. Nördlich bekamen dann die Mohren, im Winter nicht nur kalte Ohren. Manche bekamen kalte Füße; bestellten ein paar letzte Grüße und zogen wieder in den Süden und taten in Sonne brüten. Daraus, man höre und man staune, wurden Gelbe, Rote, Braune. Die Urmenschen sind ganz verwirrt, häufig hin und her geirrt. Die mussten ohne Kompass. gehen, konnten keine Karte sehen; und es lässt sich hierbei denken, nur die Sonne tat sie lenken.


Doch war der Himmel lang bedeckt, hat sich die Sonne auch versteckt. In dem Fall war man ahnungslos und der Irrtum war sehr groß. Man hat sich hierbei arg verrannt und hat sich nicht mehr ausgekannt. So kam's, dass sie sich gut verteilten, als sie sich beim wandern eilten. So kam's auch, dass sie sich nicht kannten, als sie sich später wieder fanden. So kam's, dass später viele Rassen, sich als Konkurrenten hassen. Nördlich blieben all die Bleichen und wollten nicht der Kälte weichen. Die gingen aus dem Grunde drum, beizeiten mit dem Feuer um. Die Weißen saßen um das Feuer und suchten dort das Abenteuer.


Die bewahrten kühlen Kopf, nahmen Gelegenheit beim Schopf, ließen's Tier nicht ungeschoren, denn die Wolle wärmt die Ohren. Die zeigten sich im neusten Charme und wurden mittels Tierfell warm.


Heinrich Feisel


von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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