Der Funke.
Der Urmensch bläst, in sich versunken, an seinem kleinen Hoffnungsfunken,
der hoffentlich recht bald gelingt und als Funken überspringt,
in einer kalten, dunklen Nacht, die ihm schwer zu schaffen macht.
Der Urmensch sucht kein Abenteuer; er träumt nur noch von seinem Feuer,
das er nicht sehr gern vermisst, denn er weiß was Wärme ist.
Diese Wärme darf nicht fehlen, sein Feuer lässt er sich nicht stehlen.
Die kalte Nacht kommt schon recht früh. Der Urmensch gibt sich alle Müh,
hantiert mit Stein, mit Holz und Moos und seine Mühe ist recht groß.
Sein Streichholz ist der letzte Schrei. Das hat der Urmensch stets dabei,
damit hantiert er vorm Gesicht, doch Schwefel hat der Urmensch nicht,
weshalb er sich in mancher Nacht mit seinem Werkzeug Mühe macht.
Sein Weib schaut zu und ist am gaffen und wünscht ihm dabei gutes Schaffen.
Kalte Hände kriegt er nicht. Die kalte Nase im Gesicht,
hält er im ursprünglichen Charme später an dem Feuer warm,
denn schließlich ist es bald geschafft, wenn man das Holz zusammen rafft,
wenn die Technik dabei stimmt und der Funke langsam glimmt.
Der Sinn im Menschen darf indessen diese Handlung nie vergessen,
sonst wird der Urmensch steif und kalt und tiefgefroren auch nicht alt.
Sein Feuer geht ihm immerhin niemals wieder aus dem Sinn.
Sein Werkzeug, dem er fest vertraut, das hat er sinnvoll gut verstaut.
Kommt ihm dieser Sinn abhanden, dann hat er keinen Sinn verstanden,
dann entgleitet der Verstand ihm wie sein Werkzeug aus der Hand,
denn ohne Feuer lebt er hier nicht viel besser als ein Tier.
Das warme Feuer, das er mag, verlängert ihm sogar den Tag,
ist zwar nicht so hell wie die Sonne, doch trotzdem eine wahre Wonne.
Das Feuer tut den Raum erhitzen. So kann er noch recht lange sitzen;
und während er so hocken bleibt und sich seine Zeit vertreibt,
kommen ihm, bedingt in Schranken, hin und wieder die Gedanken,
zwar von sehr einfacher Natur, doch entsprungen aus dem „Ur“.
Die Idee tut er verkünden und den „Ur – Kult“ mit begründen,
in dem es ihn zum Kreise zieht, der um das Feuer rum geschieht.
Noch heute schwärmt man von „Kult – Ur“, von zweckgebundener Nat – „Ur“,
im Zustand Ur, wo man verkündet, dass die Naht die Welt verbindet,
mit dem Faden, den man nennt, wenn man den Sinn der Handlung kennt.
Die Naht verbindet wohl zwei Stücke und schafft im Sinn damit die Brücke.
Zwei Teile sind nur dann vereint, wenn man eine Einheit meint.
H. Feisel