Monday, 2. march 2009 1 02 /03 /März /2009 08:55

Beißerei/ Urmenschliches.


Der Urmensch hat sich im gewissen mit der Gegnerschaft gebissen

und ist auch heute noch allzeit zu der Beißerei bereit,

in Konflikten die er nennt, obgleich er Paragraphen kennt.

Eines das ist ganz gewiss: auch heute zeigt noch mancher Biss

und sei es mit der Schreiberei. Mit viel Biss zitiert dabei

wer sich insgeheim und still wieder einmal beißen will,

in der hohen Politik, im entsprechend starren Blick.

Der Urmensch mit der Löwenmähne fletscht bei der Beißerei die Zähne,

in dem Stadium der Natur. Heute wirkt der Urmensch nur

sehr gepflegt und sehr adrett und ganz vornehm und sehr nett.


Er stinkt nicht mehr ganz ungeniert, ist geschoren und rasiert,

ist täglich rund herum gewaschen, schleppt lieber gerne Aktentaschen

als ein Sack aus grobem Fell und er meint er sei ganz hell,

nach der ahnungslosen Zeit der relativen Dunkelheit.

Der Urmensch ist an dieser Stelle nun der Intellektuelle,

der seiner Bildung ganz vertraut und in die weite Ferne schaut

und über seinen Horizont. Er überfliegt damit die Front

die er vorne vor sich sieht. Die Schwerkraft die nach unten zieht

verleiht ihm aber, aus der Sicht, insgesamt noch mehr Gewicht

und der Urmensch, das ist richtig, fühlt sich insgeheim sehr wichtig.


Weil er sich sehr wichtig fühlt und in seinen Akten wühlt

schafft er immer neue Fakten im Vermerk von seinen Akten

und er muss sich kräftig beißen um sich selber zu beweisen

wie wichtig er im Leben ist. Er erfindet manche List

die ihm, wie er häufig meint, vorteilhaft zu werden scheint.

Er beißt sich daher mit Geschick, mittels manchem faulen Trick,

und zum Faustkampf viel zu faul verwendet er sein großes Maul,

aus dem er freilich nicht mehr stinkt, es sei denn dass er Hartes trinkt.

Der Urmensch geht nun sozusagen sehr gepflegt mit Schlips und Kragen

ohne arg verfilzte Mähne und geputzt sind seine Zähne.


Dem Urmensch dem sind einst vor allen die zweiten Zähne rausgefallen,

wobei er sicher, irgendwann, als alter Kerl nicht beißen kann.

Heute tut es in dem Leben längst die dritten Zähne geben

die optisch weiterhin gefallen und der Urmensch muss nicht lallen,

bedingt durch eine große Lücke, denn er hat nun eine Brücke.

Eines das ist nun gewiss: der Urmensch trägt nun ein Gebiss

das er weiterhin verwendet bis die Beißkraft einmal endet,

wenn er doch einmal, am Schluss, in seiner Krise schwächeln muss.

Der Lebensfaden ist gerissen. Er hat sich dann nicht mehr gebissen,

wenn der Mechanismus still ihm den Dienst versagen will.

H. Feisel


 



von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Mensch
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