Sonntag, 5. april 2009 7 05 /04 /2009 15:27

Himmelsgucker.


Der Urmensch schaut im Lebenslauf einstmals zu dem Himmel auf,

um die Wolken im Geschehen ganz von unten zu besehen.

Er hat, um Fortschritt zu erlangen, ganz von unten angefangen

und blickt in die Gewitterwolken, denn die werden oft gemolken.

Wenn die dunklen Wolken ziehen, dann will der Urmensch zeitig fliehen,

denn er fühlt sich wie ein Wurm im heftigen Gewittersturm,

wenn es hagelt oder regnet, wenn ihm ein greller Blitz begegnet,

auf weiter Flur mit sich allein. Ein Blitz schlägt manchmal heftig ein.


Er rennt und duckt sich ganz verbissen. Vom Himmel kann er wenig wissen

und er macht sich, in seinem Heim, auf den Himmel keinen Reim.

Reimen kann der Urmensch nicht und er kennt noch kein Gedicht,

das man von dem Himmel schreibt, während er am Boden bleibt.

Er weiß vom Himmel in dem Spiel bis dato leider gar nicht viel,

weiß nicht wieweit der Raum vielleicht noch über diese Wolken reicht.

Er weiß auch wenig von dem Land, wo er sich irgendwo befand

und wie der Boden, wo er steht, in welcher Weise weiter geht.


Der Urmensch hat noch nicht gedacht wie er sich gebildet macht,

angesichts von seiner Bleibe und er vermutet keine Scheibe,

auf der er, wenn es so geht, sich mitsamt der Scheibe dreht.

Vom Himmel weiß er dabei nicht ob der einmal zusammen bricht,

oder aber, wenn es geht, nach Möglichkeit noch lang besteht.

Die Bildung, wenn sie bilden kann, die viel später erst begann,

gaukelt manchem Menschentor das falsche Bild vom Himmel vor,

wo die Sterne, die bestehen, sich immer um die Erde drehen.


Der bildungsmäßige Gestalter gab sich klug im Mittelalter,

weiß, während er den Kult verwaltet, wie der Himmel sich gestaltet,

weiß aber nicht wo ganz verdeckt sich der liebe Gott versteckt,

auf der Scheibe von der Welt, im Kuppeldach vom Sternenzelt.

Die Bildung ist genau genommen nie zum wahren Bild gekommen,

erblickte nur, was auch geschah, das Bild das sie als Zerrbild sah.

Der Mensch von heute der betört, auf seine Bildungslücke schwört,

der sieht auch in seiner Zeit das Trugbild seiner Eitelkeit.


Verlässlich ist die Bildung schlicht voreingenommen leider nicht

wenn der Himmel der besteht, falsch zu definieren geht.


H. Feisel

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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