Sonntag, 19. april 2009 7 19 /04 /2009 13:48

Konfliktbewältigung.

 

Der Urmensch fürchtet die Gewalt aus dem Versteck im Hinterhalt,

die ihn bei Gefahr bedroht, denn der Urwald ist verroht.

Er hantiert mit Speer und Feuer. Dem Raubtier ist das nicht geheuer,

doch seinen Gegner auf zwei Beinen den muss er fürchten wie sonst keinen,

weil der auch das Feuer kennt und den Speer sein eigen nennt.

Derselbe Feind der schwingt schon bald genau wie er die Axt im Wald.

 

Sein ärgster Feind vom fremden Stamme benutzt genau wie er die Flamme,

spielt leidenschaftlich mit dem Feuer und ist verrückt aufs Abenteuer.

Der Feind der nicht willkommen ist verwendet seine Hinterlist

und macht aus seinem Hinterhalt alle seine Gegner kalt.

Gegen den muss er sich wehren, denn der tut sein Weib begehren.

Die kann der genau genommen nur nach seinem Tod bekommen.

 

Die kriegt der nicht, trotz viel Gekreische, und nur über seine Leiche,

denn die ist jung und sehr vital und ihm noch lange nicht egal.

Die Schwiegermutter trifft die Wahl, die ist inzwischen grau und fahl,

und im Wert nicht allzu groß, doch die wird er nicht mehr los.

Dann hat er die Idee entdeckt wie er seinen Gegner schreckt.

Er hat die Alte überwunden und als Beute angebunden.

 

Sein Feind der hat nicht angebissen und ist lieber ausgerissen,

machte sich im dichten Laub dabei lieber aus dem Staub.

Genau betrachtet, aus der Nähe, ist manches alte Weib zu zähe

und ungenießbar darum auch und noch heute gilt der Brauch

dass das was niemand lang erträgt, gewaltig auf den Magen schlägt.

Sie hat die Nerven strapaziert bis mancher die Geduld verliert.

 

Die Schwiegermutter ist oft schuld. Ihr Feind verliert oft die Geduld,

weiß man in dem Sprachgebrauch aus Erfahrung heute auch.

Fesseln lässt sie sich wohl nicht, knebeln auch nicht im Gesicht

und sie macht mit ihrem Mund unerwünschte Weisheit kund,

die so mancher nicht versteht. Sie weiß wie alles besser geht

und was die Schwiegertochter machte als sie nicht viel Sinn vollbrachte.

 

Muss der Konflikt mit viel Beschwerden irgendwie bewältigt werden,

dann zieht einer aus dem Haus Abstand nehmend dabei aus.

Ist der Abstand eingehalten können beide sich entfalten.

Die Sache mit dem Geistesblitz ist „Selbst verständlich“ nur ein Witz

über den nicht jeder Mann überwältigt lachen kann.

Doch es erzählen viele Leute den Schwiegermutterwitz noch heute.

 

H. Feisel

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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