Lebensanfang.
Das Leben steht an dem Beginn und zieht sich in die Länge hin,
tut am Anfang Knospen treiben, blüht und will am leben bleiben,
bis die Welt darauf besteht, das es welkt und wieder geht.
Die Blume blüht und sie verdorrt. Sie wächst heran an ihrem Ort
und sie muss in dem Geschehen an demselben Ort vergehen.
Auch der Urmensch wächst heran und schließt sich dem Geschehen an,
wird in die Welt hinein geboren und bleibt selten ungeschoren,
als er sich durch das Leben quälte und seine harten Tage zählte.
Das Leben war natürlich hart. Er ist beinah vor Schreck erstarrt,
wenn ihn der Alltag, der verrohte, in der Lebensangst bedrohte.
Er hatte häufig Angst ums Leben und er musste alles geben,
um sein Leben, trotz Gefahren, möglichst lange zu bewahren.
Das Leben war noch unbequem und selten richtig angenehm,
solang er täglich, wie er wusste, um seine Nahrung kämpfen musste.
Die Beute die er stets begehrte, die sich erst erfolgreich wehrte
oder aber schnellstens floh, erwies sich dabei als sehr roh.
Am Anfang lebte er vom Aas und er biss sehr leicht ins Gras,
wenn das Raubtier vor ihm knurrte und er selbst zur Beute wurde.
Er musste sich vor Eingeweiden dabei mit Hyänen streiten
und halb abgenagte Sachen manchem Geier streitig machen.
Doch tat er meistens Fleisch entbehren und dafür manches Kraut verzehren,
vertilgte Früchte, Beeren, Knollen und das was nicht mal Affen wollen.
Aller Anfang der ist schwer. Das weiß der Urmensch hinterher,
nachdem er manchen Trick entdeckt, der in seiner Logik steckt.
Die Logik lernt er zu gebrauchen. Das Lagerfeuer tut bald rauchen.
Das Leben ist nur halb so schwer, denn er greift zu seinem Speer.
Mit dem Speer geht alles besser. Ein scharfer Stein dient ihm als Messer
und die Steinaxt, die er schwingt, die ihm auch viel Hilfe bringt,
mit der kann er überragen und manche fette Beute schlagen;
ist auf kein Aas mehr angewiesen, auf das was andre liegen ließen.
Was lange währt wird endlich gut. Der Urmensch findet neuen Mut
und kann sich optimal ernähren. Wenn bloß nicht seine Feinde wären.
Sein größter Feind, in größter Not, macht ihn allzu gerne tot.
Der schlimmste Feind ist ein Extrem und ganz und gar nicht angenehm.
Das ist und bleibt, so wie es scheint, der Urmensch der es böse meint,
aus derselben Menschengattung, bis zum Ende der Bestattung.
H. Feisel