Sonntag, 14. juni 2009 7 14 /06 /2009 15:57

Lebensbild.

 

Am Anfang war der Urmensch wild. Doch dann macht er sich ein Bild,

von seiner Welt, in der er lebt, in der er langsam aufwärts strebt.

Er richtet sich im Lebenslauf in der geraden Haltung auf

und er versucht, in seinem Leben, sich vom Boden zu erheben.

Er zählt sich nicht mehr zu den Tieren und läuft nicht mehr auf allen Vieren.

Er lässt sich nicht mehr unterdrücken und will sich auch nicht länger bücken.

 

Im Bild, das er sich dabei macht, hat er es zum Verstand gebracht,

jedenfalls in diesem Rahmen. Jene die Verstand annahmen,

kamen dadurch, mit Geschick, auf manchen Überlebenstrick.

Er macht sich nun ein Bild vom Leben und stimmt sich ab in dem Bestreben,

sein Leben irgendwie zu meistern. Er tut sich bald dafür begeistern

Tiere vor sich her zu jagen und er hat ab hier das Sagen.

 

Er wird zahmer, bleibt nicht wild; er bastelt an dem Lebensbild,

und es sieht der Urmenschmann wie er sich selbst verbessern kann.

Aus diesem Grunde geht er, drum geschickt mit seinem Feuer um,

nachdem er praktisch mehr erkannte und sich die Finger dran verbrannte.

Schließlich lernt er im Geschehen mit der Flamme umzugehen,

weshalb er nun beim Weibchen schlicht auch von seiner Flamme spricht.

 

Die ist heiß in ihrem Charme und sie hält ihn auch sehr warm.

Er spürt die Wärme von dem Weib mitunter auch am eignen Leib,

wenn er sich, wie er das nennt, die Finger an dem Weib verbrennt.

Da der Urmensch lernen kann fasst er sie mit Vorsicht an,

wie die Flamme die er schürt. Hat sich der Urmann gut geführt

und sich allmählich ausgetobt, dann wird er von dem Weib gelobt.

 

So kam es dass der gröbste Mann sich langsam fortentwickeln kann,

durch sein Weib in der Begleitung und beständig durch die Leitung,

die er meist rund um die Uhr mittels seinem Weib erfuhr.

Der Urmann wurde ungelogen ständig durch sein Weib erzogen.

Die lässt sich nicht lange bitten und liest ihm gerne die Leviten,

wäscht dem bedauernswerten Tropf hin und wieder seinen Kopf.

 

Aus diesem Grunde fängt der Mann allmählich mit dem Denken an,

denn er denkt, bei Tag und Nacht, er habe etwas falsch gemacht.

Er wird gezähmt und bleibt nicht wild und das passt in ihr Lebensbild.

Doch hat der Mann nie ausgelernt und ist noch weit vom Ziel entfernt.

H. Feisel

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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