Lebensende.
Am Anfang hat der Urmensch Zeit und noch viel Gelegenheit,
sich in mancherlei Bestreben in seinem Dasein auszuleben.
Der Urmensch wächst im Lebenslauf, wie jedes Kind, allmählich auf
und Erwachsen wird er bald, im dichten Grün, versteckt im Wald.
Den Lebensstil tut er betreiben. Er muss in seiner Sippe bleiben,
die er seine Bleibe nennt, im Lebensstil wie er ihn kennt.
Er ist in diesem Lebensstil, samt der Sippe schon mobil,
zieht automatisch kreuz und quer im Gelände hin und her.
Das Auto - mobil kommt erst später, mitsamt manchem Übeltäter,
der kein Pardon beim Rennen kennt und rasend schlimme Wörter nennt.
Der Urmensch ringt an seinem Ort aber noch um manches Wort,
hat solche Worte nicht gekannt und erst recht nicht laut genannt.
Der Urmensch hat sich noch geniert, war noch nicht zivilisiert
und es wird dabei nicht klar, ob er wirklich wilder war,
als der feine Mensch ganz pur, in der großen Hochkultur,
der hemmungslose Worte flucht und bloß nach seinem Vorteil sucht.
Manche Menschen werden groß und dann ist der Teufel los,
von dem der Urmensch noch nichts wusste, als er bescheiden leben musste.
Früher kam sehr schnell die Wende und ein frühes Lebensende.
Der Urmensch wurde als Gestalt in seinen Leben selten alt,
hatte längst schon ausgelebt, wenn mancher nach Karriere strebt,
in der fortschrittlichen Welt, die sehr hohe Ziele stellt.
Sein Lebensstandart war nicht groß. Zum Leben reichte es ihm bloß
und er musste sich oft beugen. Doch Kinder tat er auch gern zeugen.
Das war in seiner Manneskraft sicher seine Leidenschaft
und er war auch ohne Haus, ständig auf viel Kinder aus.
Das hat ihm sicher Spaß gemacht und Kinder hat es viel gebracht.
Die urmenschliche Lebensfreude praktiziert der Mensch noch heute,
doch auf viel Kinder, wird berichtet, hat man trotzdem gern verzichtet.
Der Mensch im Fortschritt, wo er hetzt, wird auch nicht so schnell ersetzt,
Der Mensch tut heute danach streben so gut wie möglich lang zu leben
und er drängt mit flottem Mund die Wende in den Hintergrund
und denkt vor der besagten Wende ungern an sein Lebensende.
Der Urmensch sah das allgemein, “Natürlich”, umso leichter ein.
H. Feisel