Lebensfreude.
Der Urmensch hatte vielleicht Spaß, obwohl er tief am Boden saß,
solange er nicht, in Verdruss, leiden oder hungern muss.
Der Spaß mit seinem jungen Weib sorgte für seinen Zeitvertreib
und die Kinder in der Meute sind das was sein Herz erfreute.
Vielleicht ist mancher Mensch von heute, innerhalb moderner Leute,
von Lebensfreude weit entfernt, weil er die nicht kennen lernt
mangels der Gelegenheit, in seiner rastlos leeren Zeit.
Es ist der Mensch, fixiert auf Zahlen, der Sklave seiner Materialien.
Der Affe springt und hopst erneut, wenn er sich am Leben freut,
wenn er Freude in sich trägt, wenn er sich beinah überschlägt,
wenn er kreischt und wenn er schrie, vor Glück und Lebensenergie.
So ähnlich muss es allgemein noch heute mit dem Menschen sein,
wenn der Mensch stark angeheitert seinen Horizont erweitert
und dabei, wie es oft geschieht, die graue Welt ganz anders sieht.
Die Jungen haben Lebenslust, die Alten kämpfen gegen Frust.
Doch mancher Junge ist schon alt und abgestumpft und ziemlich kalt.
Das große Hüpfen und das Springen tat dem Urmensch auch gelingen,
zum Trotz von allen Schwierigkeiten, die ihn in der Welt begleiten,
trotz dem Alltag, wie er ist, denn der ist häufig grau und trist.
Der Affe frisst hoch in den Bäumen. Der Urmensch kann davon nur träumen,
weil das Klettern so nicht geht, wenn er unter Bäumen steht.
Der Urmensch ist ein armes Wesen und muss das Fallobst unten lesen.
Das brachte ihm wohl irgendwie viel ungeahnte Energie
und ein Quantum Lebensfreude, die er erst danach bereute.
Es liest der Urmensch im Verlauf die Früchte von dem Boden auf
welche Affen fallen lassen und er tut die Früchte fassen,
die saftig ausgereift von allen mitunter von den Bäumen fallen.
Die ganze Sippe mag indessen von den reifen Früchten essen
und Jung und Alt ist tut sich beeilen, um die Mahlzeit zu verteilen.
Bald hat jeder seinen Teil und mancher Kranke fühlt sich heil
und empfindet still und leise, in ganz sonderbarer Weise,
als sei er ab derselben Stunde plötzlich wieder der Gesunde.
Die Früchte sind sehr stark vergoren. Der Sippenboss kriegt heiße Ohren
und das hat dazu geführt, dass er die Lebensfreude spürt.
Mit der Stimmung in Berührung bemerkt er dabei seine Spürung.
So verdrängt er seinen Frust mittels seiner Lebenslust.
Der Alte der schon sterben wollte und angesichts vom Sterben schmollte,
springt durch die Spürung im Verlauf noch einmal wie lebendig auf.
Die Urmenschweibchen kichern laut. Glückselig schwankt die junge Braut
ihrem Bräutigam entgegen, um sich mit ihm hinzulegen.
Es entsteht ein großer Jubel und ein allgemeiner Trubel.
Man ist hin und her gewankt, so als ob der Boden schwankt
und die Großen, nebst den Kleinen, verheddern sich in ihren Beinen.
Mancher fühlt sich wie im Traum und vollführt den Purzelbaum.
Die Früchte wirken in dem Magen und mancher kann nicht mehr vertragen.
Die Kinder liegen wie die Toten ausgestreckt und still am Boden
und sind kaum noch ansprechbar, was Anlass zu der Sorge war,
ob die allzu stark benommen wieder auf die Beine kommen.
Die Früchte hat man ausgetauscht. Die ganze Sippe ist berauscht
und tut durcheinander driften. Tat sich die Sippe selbst vergiften,
tut sich der Medizinmann fragen und spürt das Würgen in dem Magen.
Die große Stimmung von der Meute, als man sich dabei erfreute,
führt dazu dass man feste schlief. Am nächsten Morgen kommt das Tief
und alle tun sich ziemlich gleichen, denn sie liegen wie die Leichen
auf dem ganzen Platz zerstreut, während sich nun keiner freut.
Alle sind sehr stark benommen, doch noch einmal davon gekommen.
Die meisten sind noch sehr daneben, doch sind alle noch am leben.
Das gibt danach, nach dem Verlauf, dem Urmenschclan ein Rätsel auf
und selbst der Boss kann sozusagen darauf keine Antwort sagen.
Einer geht mit seinem Mund der Sache schließlich auf den Grund.
Der Medizinmann hat geflucht, weil er nach der Erklärung sucht
und führt mutig vor der Runde eine Frucht zu seinem Munde.
Dem folgen Früchte zwei und drei. Der Medizinmann fühlt sich frei
und hat die Medizin entdeckt die in Maßen manchem schmeckt.
Die Entdeckung dient dem Wohl und man spricht von Alkohol,
denn insgesamt und ebenso holte man sich den Ko.
insgeheim und gleichsam alle in dem sogenannten Falle.
Die Lebensfreude dient nun allen, bis sie von den Beinen fallen
und der Urmensch feiert “Feste” und freut sich immer auf das Beste,
was im Winter nicht gelingt, weil er dann kein Fallobst bringt.
Der Urmensch hat in seinen Stunden, dasselbe Mittel nicht erfunden,
wie man Wein vergären kann, doch Früchte sammelt jeder Mann.
H. Feisel