Sauer.
Alles was an manchem Tag,
der Urmensch wohl sehr gerne mag,
so tut es schon das Wort besagen,
richtet sich nach seinem Magen.
Es hat der Urmensch das entdeckt,
was ihm auf der Zunge schmeckt.
Und was ihm schmeckt,
wonach er schaut,
das hat er immer gern verdaut.
Was schmeckt und nährt, das tut er kauen,
um es im Magen zu verdauen.
Mögen tut er, was er mag,
was schmackhaft auf der Zunge lag.
Stößt es ihm sauer im Verlauf,
übel von dem Magen auf,
dann muss der Urmensch sich beklagen
über Übelkeit im Magen.
Was er dabei gar nicht mag,
ist das was schwer im Magen lag.
Der Urmensch weiß auch ganz genau;
- er mag auch seine junge Frau.
Die konnte er für sich entdecken.
Die mag ihm wohl genau so schmecken.
Und in der Tat ist, wie es muss,
die süße Liebe ein Genuss.
Die Frucht ist dabei süß und lieblich;
der Urmensch gibt sich sehr betrieblich,
fühlt sich, das wird hier beschrieben,
zu seinem Weibe hin getrieben.
Er wünscht sich dabei alles Liebe
und hofft, dass dieses immer bliebe.
Doch stößt es ihm, dann im Verlauf,
nach ein paar Jahren sauer auf,
denn er schmeckt danach, 0 Wehe,
viel Bitterkeit in seiner Ehe,
nachdem sein Weibchen ihn verließ
und ihn einen Trottel hieß.
Nach Ehekrach, wobei sie lärmt,
hat sie vom neuen Mann geschwärmt,
vom neuen Mitglied ihrer Sippe.
Der Exmann nennt sie eine Hippe,
den Nebenbuhler ihren Bock
und geht gebeugt an seinem Stock.
Er ist nicht aufgelegt zum Scherzen,
beklagt sich über Magenschmerzen,
muss sich durch den Magen bücken
und geht gebeugt in seinem Rücken.
Aufrecht tat er vorher stehen.
Jetzt muss er ohne Rückgrat gehen.
Es hat das Weib ihm manchen Bissen,
kurz vor dem Munde weg gerissen,
nach der Scheidung, wie es geht,
wenn die auf Unterhalt besteht,
wodurch er, hiervon nicht erbaut,
an einem zähen Brocken kaut.
von Heinrich Feisel