Sonntag, 6. dezember 2009 7 06 /12 /2009 12:26

Selbstsicher / Urmenschliches.

 

Die Weiber machen viel Gekicher.

Der Urmensch ist sich nicht ganz sicher,

ob ihm das Gekicher gilt,

als ihn laut der Häuptling schilt,

der ihm, eher laut als still,

damit etwas sagen will.

Der Urmensch ist noch jung an Jahren

und nicht allzu sehr erfahren

und hat einen Bock geschossen,

denn er traf den Jagdgenossen

ganz gezielt ins Hinterteil,

aus Versehen nur und weil

er eigentlich nur etwas schielte,

als er auf den Springbock zielte,

den alten wilden Ziegenbock.

Die Jagd die führte zu dem Schock,

den der Kumpel, etwas lahm,

samt Pfeil, mit sich nach Hause nahm.

Übers Jagdglück lässt sich streiten,

auch in urtümlichen Zeiten.

 

Der Medizinmann muss herbei

und trotz dem ziemlich jähen Schrei

zieht er heftig an dem Pfeil.

Vorher versteckt er dieses Beil,

das der Urmensch bei sich trägt,

damit ihn dieser nicht erschlägt.

Die Wunde muss, trotz viel Beschwerden,

auch noch nachbehandelt werden,

im „Ur o logischen“ Gestalten.

Der Patient tut sich verhalten,

als wenn ihn die Tarantel sticht,

denn ruhig liegen tut er nicht.

Die Wunde muss behandelt sein,

sonst geht vielleicht der Urmensch ein,

was man jedoch vermeiden will.

Der Schamane legt ihn still,

mit einer Droge aus dem Kraut,

bevor er in die Wunde schaut.

Die klafft an dem Hinterteil

und ist lange noch nicht heil.

 

Der Patient wird nun bewegt

und hierbei auf den Bauch gelegt,

in einem etwas schrägen Winkel.

Etwas Spucke und auch Pinkel'

soll die Wunde keimfrei machen.

Der Schamane holt noch Sachen

die er gut verwenden kann

und vielleicht tut, irgendwann,

im heilprozesslichen Geschehen,

der Urmensch wieder aufrecht stehen.

Sitzen kann er vorerst nicht,

wie der Medizinmann spricht,

unverständlich im Latein,

denn manches will verstanden sein,

in dem urweltlichen Sprechen.

Die Zunge muss man sich zerbrechen,

wenn man die Laute, nicht zu still,

zu verstehen geben will.

Das Verständnis fällt oft schwer.

Wo nimmt man neue Worte her?

 

Der Medizinmann ist ein Meister,

im Beschwören vieler Geister,

die ihm vielleicht helfen können,

wenn sie das dem Verletzten gönnen

und demselben helfen wollen.

Vielleicht tun sie auch nur grollen.

Der Schamane tut was brummen

und die Weiber tun verstummen,

die sich allmählich Sorgen machen.

Die meisten hört man nicht mehr lachen,

die sich, mindesten bis morgen,

um den beliebten Jäger sorgen.

Der Jäger ist ein wilder Treiber

und es treibt ihn zu viel Weiber,

soweit er viele kennen lernt

und danach sein eigen nennt.

Doch heute muss man sich gedulden.

Der Halbstarke tat das verschulden,

der nicht den maskulinen Mann

vom Springbock unterscheiden kann.

H. Feisel

 

 

 

 

 

 

 

von Heinrich Feisel - veröffentlicht in: Urmensch
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