Urgedanke / Urmenschliches.
Der Urmensch hat, nach schlimmen Stunden,
endlich Schutz im Licht gefunden,
bei der Dunkelheit der Nacht,
nachdem er endlich Feuer macht,
im Umkreis um den Lagerplatz.
Das Feuer ist sein größter Schatz
und gibt ihm die stundenlang die Zeit
zur Ruhe und Geborgenheit.
Früher war es nicht geheuer.
Er macht im Umkreis drei, vier Feuer
und ist in der neuen Sitte
ziemlich sicher in der Mitte,
wenn manches Raubtier draußen lärmt.
Bei Kälte ist man gut gewärmt
und man kann gut zusammenrücken.
Das Raubtier das tut sich verdrücken,
das sich nicht ins Feuer wagt
auch wenn es wegen Hunger klagt.
So bleibt der Urmensch in der Nacht
durch das Feuer gut bewacht,
solange das am lodern ist
und er das Schüren nicht vergisst.
Er muss sich dabei mehrfach regen,
um wieder Hölzer aufzulegen.
Die Ruhe der Geborgenheit
lässt dem Urmensch etwas Zeit
sich in seinem Geist, nach innen,
in mancher Weise zu besinnen.
Sicher liegt er unbestritten,
nun im Feuerschein inmitten,
dösend still auf seinem Rücken,
um die Zeit zu überbrücken,
die ihm nunmehr übrig bleibt,
zwischen dem was er so treibt,
in der aufrechten Gestalt,
für den Lebensunterhalt.
Der Ururahne, der konfuse,
wusste noch nichts von der Muse,
musste sich alltäglich schinden
und ständig Ängste überwinden,
ohne Rast und ohne Ruh
und noch ohne Licht dazu,
ohne Feuer an der Stätte.
Wenn der das erfunden hätte,
dann wär' nicht so viel Zeit zerronnen,
dann hätt' der Fortschritt längst begonnen,
hat der Urmensch still gedacht,
als er sich Gedanken macht.
Der Urmensch denkt im Stillen weiter
und wird dadurch noch gescheiter,
durch die Ressourcen die er findet,
als er die Faulheit überwindet,
im Gegensatz zu vielen Tieren,
sich im Sinn zu konzentrieren.
Vom Tier hat er sich distanziert.
Nur der Wolf scheint reserviert,
im eigenartigen Verhalten,
weit im Hintergrund zu warten,
für die Bestimmung die er sucht.
Der Urmensch scheucht ihn, wenn er flucht,
doch irgendwann kommt es zum Bund
und der Wolf der wird zum Hund,
der mit der Urmenschsippe lebt
und auch im Fortschritt danach strebt,
wie er bequemer leben kann,
nachdem der Fortschritt einst begann.
Es muss der Wolf nun sozusagen
nicht draußen in der Kälte klagen,
rückt als Hund ganz dicht ans Feuer
und wird im Schema immer treuer.
Dem neuen Lebensstil ergeben
tut der Wolfshund besser leben.
Der Urgedanke setzt sich fort.
Der Urmensch stammelt manches Wort,
das sein Hund, so weit es geht,
in der Gewohnheit auch versteht,
oder manchmal, wie er meint,
doch nicht zu verstehen meint.
Es denkt der Hund, oft heimlich still,
als ob er nichts verstehen will,
wenn es um keinen Vorteil geht,
weshalb er lieber nichts versteht.
H. Feisel