Urmensch-Mensch / Probe.
Es kommt der Urmensch zu der Probe. Er probiert die Garderobe,
oben etwas kahl und älter und im Winter wird es kälter.
Im Sommer war er splitternackt und in der Wärme ganz intakt,
innerhalb von der Natur. in der Freikörperkultur.
Nun werden ihm, im kalten Reif, komplett die ganzen Glieder steif,
was bei weitem, das scheint klar, nicht immer wirklich machbar war.
Der Urmensch kann sich nicht mehr drücken, muss mit dem Weib zusammen rücken.
Im Winter probt man gern, zu zweit, zur Probe die Gemeinsamkeit,
dieser Zweisamkeit zum Zwecke, schlüpfend unter eine Decke,
die etwas Wärme mit sich bringt. Wenn das Probieren gut gelingt,
dann gibt es, in der Sommerzeit, den kleinen Balg der feste schreit.
Wer bibbert muss vor Kälte leiden und es lässt sich kaum vermeiden,
dass der Urmensch, wo er hüpft, in die Garderobe schlüpft.
Der Urmensch geht, mitsamt der Frau, damit zu der Modeschau,
wo er, wie es sich so schickt, auf kostspielige Pelze blickt.
Kostspielig sind die Pelze immer, wenn, bei kläglichem Gewimmer,
zwecks Verkostung ganz gezielt die Beute ihre Rolle spielt.
Es kann der Pelz im Winter wärmen. Die Gemahlin kommt ins Schwärmen,
angesichts der Modeschau und schleift Pelze in den Bau.
Anprobiert wird, erst zur Probe, die spezielle Garderobe,
die der Urmensch schätzen lernt. Den Inhalt hat er längst entfernt,
gebraten über einem Feuer. Der Pelz hält wärmer als das Feuer
und war bei weitem noch nicht rar, weil noch viel vorhanden war,
von den urweltlichen Fellen. Verdeckend die intimen Stellen,
lernt es der Urmensch sich zu schämen. Später muss er sich mehr grämen,
wenn sein Weib sich nackend zeigt, das im Sommer dazu neigt,
ihrem Mannsbild zu entfliehen, um die Kerle anzuziehen.
Die Ehe wird, in vielen Stunden, probeweise erst erfunden,
zu dem Zwecke des Studierens und entsprechend des Probierens.
Es geht jedoch das Probieren immer über das Studieren,
denn das Studium liegt noch fern. Doch probieren kann man gern.
Der Urmensch hat's Gesicht gewahrt und startet zu der Probefahrt,
fährt mitunter auch Ford Probe, in der schlichten Garderobe,
bei Jeans und T-Shirt oben rum und der Benzinpreis bringt ihn um,
voran getrieben mit viel Kraft, nach der langen Wanderschaft.
Bezwingen will er die Barriere, vor entsprechend der Karriere.
Darum spannt er den Karren ein, denn er will mobiler sein,
als vorher einstmals noch zu Fuß, entbietend den gewissen Gruß,
den probeweise, von entfernt, der Autofahrer schätzen lernt.
H. Feisel